02.03.2018 - 08:52 Uhr
Deutschland & Welt

Der Punk unter den VW-SUV Fahrbericht VW T-Roc

Er kommt daher wie der kleine aufmüpfige Bruder des Tiguan: frech, frisch, schrill. Hält der VW T-Roc, was sein Äußeres verspricht?

von Michael Ascherl Kontakt Profil

Da müsste schon das VW-Emblem abfallen, wenn das nicht der Fall wäre. Denn in erster Linie muss ein VW funktionieren wie ein VW. Klimbim ist nur dann erlaubt, wenn es die Bedienung nicht stört. Die Form folgt der Funktion, und nicht umgekehrt. Wobei auch letzteres geht, wie Mini, Cinquecento und Co. zeigen. Egal: Der T-Roc will ernst genommen werden. Tun wir ihm den Gefallen: Wer im Golf klar kommt, findet sich auch im jüngsten Crossover aus Wolfsburg zurecht. Punkt.

Wir haben es mit dem allradgetriebenem 150-PS-Diesel mit serienmäßigem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zu tun, der als Style schon annähernd 32 000 Euro kostet. Unser Datenkasten zeigt: Selbst da lassen sich noch einmal 50 Prozent an Extras draufpacken. Manche durchaus verzichtbar, wie die 18-Zoll-Räder, die den T-Roc arg durch Schlaglöcher rumpeln lassen.

Kann auch Gelände

Als 4-Motion hat der Wagen serienmäßig die Fahrprofilauswahl mit den Modi Straße, Schnee und Gelände an Bord, die ihn bei einer Bodenfreiheit von 158 Millimetern und einem Böschungswinkel von 16 bzw. 18 Grad auch für den moderaten Geländeeinsatz fit macht. Haupt-Revier dürfte aber eher das urbane Umfeld sein, wo er auf Autos wie Audi Q 2 oder Kia Stonic trifft.

Da punktet er mit dem 150-PS-Diesel, der zwar nicht leise, dafür aber kräftig und sparsam ist. Weil er mit einem SRC-Kat (alle paar tausend Kilometer muss Harnstoff nachgefüllt werden) die Abgase reinigt, geht ihm auch die Diskussion ums Dieselfahrverbot an der elektrisch öffnenden Heckklappe (395 Euro) vorbei. Der Testwagen in Energetic-Orange-Metallic zeigt auch innen großflächig Farbe, auf den gut geformten und beheizbaren Ledersitzen und am Armaturenbrett, vulgo Dashboard. Verschiebbare Rücksitze fehlen, und so lässt sich der Kofferraum lediglich durch Klappen der Rückbank vergrößern. Für den Wochenendeinkauf reicht der Platz, für die große Reise von vier Personen wird's eher eng. So empfiehlt sich der T-Roc eher als Ganzjahres-Wagen für Paare - bei seiner Preisgestaltung aber eher für jung gebliebene denn für junge. Aber VW probiert alles, um die Jugend zu locken. Das "Beats"-Soundsystem etwa, liefert glasklaren Klang und satten Bass (Subwoofer unter dem Kofferraum) und akzeptiert als Quelle Playlists vom Handy genauso selbstverständlich wie USB-Stick oder einfach das (DAB-) Radio. Und: 2020 kommt er als Cabrio! Was es an Extras für die großen VW gibt, gibt es fast alles auch für den T-Roc. Das macht ihn interessant für Menschen, die auf kein Feature verzichten möchten, außer auf schiere Größe vielleicht.

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