03.05.2018 - 20:00 Uhr
Deutschland & Welt

Die Mobilität von morgen hängt am Gas Seat nimmt in Sachen CNG eine Vorreiterrolle ein

Hier die smarten Stromer, dort die grünen Gaser: Die Suche nach der Mobilität von morgen zeitigt viele Wege. Seat beschreitet einen - und gibt dabei mächtig Gas. Volkswagens spanische Tochter, sonst eher mit feurig-heißen Attributen behaftet, übernimmt jetzt eine Schlüsselrolle im Ausbau eines klimaverträglichen Verkehrs. Hier zwar fokussiert auf das Thema Erdgas, dafür aber für den gesamten Konzern. Erdgas ist ja eigentlich der falsche Begriff. Vielmehr sollte man von CNG sprechen. "Compressed Natural Gas", weil der Kraftstoff mit 200 bar komprimiert wird und umgerechnet mit 130 Oktan dann schon Premium-Power liefert.

Sonne und Wind sind zwei Möglichkeiten der alternativen Energie. Seat setzt auf CNG, landläufig bekannt als Erdgas. Bild: bz
von Berthold Zeitler Kontakt Profil

Großes Potenzial

Weil umweltfreundlich, wirtschaftlich und eigentlich sofort umsetzbar forcieren immer mehr Autobauer die grüne Technologie. Die ist lange schon bekannt, aber nie so richtig in die Gänge gekommen. Angeheizt vom Diesel-Desaster schauen sich aber immer mehr Autofahrer nach Alternativen um und landen immer öfter bei CNG. Die Technologie hat momentan das größte Wachstumspotenzial. Und Seat ist Spitzenreiter.

Laut Kraftfahrtbundesamt sind im ersten Quartal dieses Jahres 2741 Erdgas-Fahrzeuge neu zugelassen worden. Die Top 10 führen ausschließlich Modelle des Volkswagen-Konzerns an. Ganz vorne der Seat Leon mit 24,1 Prozent vor Skoda Octavia (15,2 Prozent) und VW Golf (14,3).

Neben dem Bestseller Leon - ein Drittel aller Seat-Kunden entscheiden sich für den kompakten Golf-Spieler - haben die Spanier noch den flotten Ibiza und den stylischen Stadt-Flitzer Mii im Gas-Portfolio. Im Herbst macht ein Arona mit CNG-Antrieb die Palette noch ein bisschen bunter. Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Fahrer merkt überhaupt nicht, dass er mit Erdgas unterwegs ist. Und wenn's ausgeht, ist ja noch ein gut gefüllter "Ersatz-Kanister" an Bord, schaltet das System auf Benzinbetrieb um.

Gut 25 Prozent weniger Kohlendioxid, bis zu 95 Prozent weniger Stickoxid und praktisch Null Rußpartikel sind nach Meinung der Seat-Experten die Trümpfe, die auch so manchen vermeintlichen Nachteil ausstechen. Etwa die Frage nach der Sicherheit. "Crashtest bestanden", sagt Birgit Wöber von der Aktion "Gib Gas". Sie weiß was es heißt, Prellbock spielen zu müssen.

Ambitioniertes Ziel

Rund 900 CNG-Tankstellen gibt es derzeit in Deutschland, mehr als doppelt so viele sollen es bis 2025 werden. Ein eher ambitioniertes Ziel, weshalb schon Überlegungen greifen, ob nicht Seat-Händler selbst ins Energiegeschäft mit einsteigen sollten. Deutschland-Chef Bernhard Bauer berichtet dank Umweltprämie von einer Eroberungsquote von 86 Prozent im ersten Quartal. Zwischen 1500 und 2500 Euro mehr kosten die CNG-Seats. Geld, das sich rechnen soll. Schließlich sollen bis zu 38 Prozent weniger Kraftstoffkosten anfallen. Und bei bis zu 1300 Kilometer Reichweite sollte sich schon eine passende Zapfstation finden lassen.

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