23.05.2018 - 22:20 Uhr
Deutschland & Welt

Besuch in Washington Heiko Maas bleibt unnachgiebig

Washington. Im Streit zwischen der EU und den USA um das iranische Atomabkommen hat sich Bundesaußenminister Heiko Maas bei seinem Antrittsbesuch in Washington unnachgiebig gezeigt. Bei einem Treffen mit dem Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, untermauerte der SPD-Politiker am Mittwoch den festen Willen der Europäer, an dem Abkommen festzuhalten. "Wir wollen keine Verbreitung von Nuklearwaffen in unserer erweiterten Nachbarschaft und daran hat sich nichts geändert", sagte Maas. Mit den beiden anderen europäischen Vertragsparteien Frankreich und Großbritannien sei er sich in der Sache einig. "Das habe ich hier heute in aller Deutlichkeit hinterlassen."

Heiko Maas. Archivbild: Britta Pedersen/dpa
von Agentur DPAProfil

Die USA sind aus der Vereinbarung zur Verhinderung einer iranischen Atombombe ausgestiegen, weil sie ihnen nicht weit genug geht. Alle anderen Vertragsparteien - darunter neben den Europäern auch China und Russland - wollen das Abkommen dagegen retten. Der Streit hat das transatlantische Verhältnis schwer belastet.

Maas zeigte sich besorgt über den Zustand der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, betonte aber auch: "Amerika ist für uns ein wichtiger Partner." Unterschiedliche Auffassungen müssten allerdings offen ausgetragen werden. Das Gespräch mit Bolton im Weißen Haus dauerte mit 75 Minuten fast doppelt so lange wie ursprünglich geplant. Maas sagte, es sei "klar in den Positionen, aber in einer konstruktiven Atmosphäre" verlaufen. Am Abend wollte er auch den neuen US-Außenminister Mike Pompeo treffen. Der kündigte im US-Kongress an, Mitte Juni bei den Außenministern Deutschlands, Großbritanniens und Frankreichs für seine Iran-Strategie werben zu wollen. Einen Ort für das mögliche Treffen nannte er nicht.

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