06.09.2017 - 21:32 Uhr
Deutschland & Welt

Generalstaatsanwalt erhebt schwere Vorwürfe gegen brasilianische Ex-Präsidenten Lula und Roussef "Kriminelle Vereinigung"

Brasília. Der brasilianische Generalstaatsanwalt Rodrigo Janot wirft den früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva und Dilma Roussef die Bildung einer "kriminellen Vereinigung" vor. Er legte am Dienstag beim Obersten Gerichtshof eine entsprechende Anklageschrift vor, wie das Portal "G1" berichtete. Sie seien maßgeblich in den Korruptionsskandal "Lava Jato" verwickelt gewesen, in dessen Rahmen während der Amtszeiten der beiden Präsidenten von der Arbeiterpartei Schmiergelder in Milliardenhöhe geflossen seien. Dabei geht es um Hinweise auf Korruptionsgeschäfte bei Auftragsvergaben des halbstaatlichen Petrobras-Konzerns von 2002 bis 2016. Ob es zu einer Anklage und einem Prozess kommt, muss nun der Oberste Gerichtshof entscheiden. Lula wies die Vorwürfe energisch zurück. In einer Mitteilung war von "Verfolgung" und einer "politischen Aktion" die Rede. Rousseff sprach von haltlosen Anschuldigungen, es lägen keinerlei handfeste Beweise vor. Sie werde vor dem Gerichtshof ihre Unschuld beweisen. Die Vorwürfe von Janot, der auch den amtierenden Präsidenten Michel Temer der Korruption bezichtigt, sind ein weiterer Höhepunkt der Krise im fünftgrößten Land der Welt. Lula, Rousseff und den früheren Ministern Antonio Palocci Filho, Guido Mantega, Edinho Silva und Paulo Bernardo könnten bei einem Prozess Gefängnisstrafen von bis zu acht Jahren drohen, hieß es.

von Agentur DPAProfil
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