16.05.2018 - 17:58 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Internationalen Tag gegen Homophobie Die Liberalitas Bavariae gilt auch für Homosexuelle

Neulich in Tschetschenien: Ramsan Kadyrow antwortet auf die Frage eines kanadischen Journalisten, ob es stimmt, dass in der russischen Teilrepublik Homosexuelle entführt, gefoltert und ermordet wurden: "Bei uns gibt es solche Leute nicht. Wir haben keine Schwulen. Das sind keine Menschen. Und wenn es sie gibt, nehmt sie mit nach Kanada, weit weg, damit unser Blut gesäubert wird."

Schwulenfeind, Republikchef und Volkstänzer Ramzan Kadyrov in traditioneller tschetschenischer Tracht (rechts). Bild: EPA/dpa/Kazbek Vakhayev
von Jürgen Herda Kontakt Profil

Putins Liebling, der dem dekadenten Westen den Untergang prophezeit und dessen Elitesoldaten für den Kreml islamistische Terroristen jagen, posiert noch machohafter als sein Vorbild: Als Bodybuilder, Krokodiljäger oder Derwisch. In seinem Machtbereich, wo Männer mehrere Frauen heiraten dürfen, ist kein Platz für Homos.

Damit steht der blonde Krieger nicht allein: In 72 Staaten gelten antihomosexuelle Gesetze. In 13 Ländern Afrikas und Asiens droht Homosexuellen die Todesstrafe. Weit weg von Deutschland. Aber auch hierzulande können sich Schwule und Lesben nicht immer sicher fühlen: Jeden Tag wird eine homophob motivierte Straftat registriert, die Dunkelziffer ist hoch.

"Leben und leben lassen" lautet der Auftrag der Liberalitas Bavariae. Weltoffenheit, Toleranz und Großherzigkeit sind blau-weiße Tugenden. Die neue Rechte aber um die AfD braucht Feindbilder. Sie orientiert sich lieber an der Lex Kadyrow - bayerisch ist das nicht!

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