18.05.2018 - 18:14 Uhr
Deutschland & Welt

Kommentar zum Treffen Merkel-Putin Trump spielt Putin, dem Rosen-Kavalier, in die Hände

Weiße Rosen für die Kanzlerin. Nun ja, Wladimir Putin ist Angela Merkel nicht immer so aufmerksam begegnet wie am Freitag in Sotschi. Vor gut elf Jahren, ebenfalls in Sotschi, empfing Putin Merkel mit seiner schwarzen Labradorhündin - und das obwohl der russische Präsident genau wusste, dass Merkel Angst vor Hunden hat. Eine Machtdemonstration, eine Provokation.

von Albert Franz Kontakt Profil

Merkel und Putin - länger als die beiden ist fast nur noch Queen Elizabeth im Amt. Freunde sind sie - anders als Gerhard Schröder und Putin - dennoch nicht geworden. Und das liegt nicht nur an der russischen Aggression in der Ostukraine. Merkel und Putin sind einfach zu verschieden.

Dennoch kommt Putins Rosen-Offensive nicht von ungefähr. Er nutzt das Machtvakuum, das die Alleingänge von US-Präsident Donald Trump hinterlassen, ob bei der Frage von Strafzöllen oder beim Atomabkommen mit dem Iran. Im internationalen Gefüge der Mächte verschieben sich gerade ganz massiv die Gewichte. Als sicher geglaubte Allianzen zerbrechen. Putin, der Rosen-Kavalier, wittert Morgenluft. Er weiß, dass ohne ihn nichts geht - weder in Syrien, noch in der Ukraine und auch beim Atomabkommen mit dem Iran nicht.

Es soll ja immer noch Leute geben, die Trump für einen begnadeten Politiker halten. Sie übersehen, dass er nicht nur der Diplomatie und der Berechenbarkeit den Garaus macht. Er zündelt auch an den Krisenherden dieser Welt und ist dabei, das europäisch-amerikanische Bündnis zu zerstören. Längst geht es nicht mehr nur darum, ob Europa mehr Verantwortung trägt und sein Schicksal selbst in die Hand nimmt.

Trumps Kurs zwingt Europa, sich von Washington zu emanzipieren, ja gegen die USA Politik zu machen. Der Kanzlerin kann das nicht gefallen. Aber Merkel kann nur zuschauen, wie Trump dem Rosen-Kavalier Putin in die Hände spielt.

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