06.03.2018 - 16:34 Uhr
Deutschland & Welt

Süd- und Nordkorea wollen Annäherung vorantreiben Gipfeltreffen im April

Nord- und Südkorea wollen die Annäherung vorantreiben. Im April soll ein gesamtkoreanisches Gipfeltreffen stattfinden.

von Agentur DPAProfil

Seoul. Süd- und Nordkorea haben sich auf ein baldiges Gipfeltreffen zwischen beiden Ländern geeinigt. Das Treffen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un solle Ende April stattfinden, teilte Südkoreas nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong nach einem zweitägigen Besuch in Pjöngjang am Dienstag in Seoul mit. Das dritte gesamtkoreanische Spitzentreffen seit dem Jahr 2000 soll im Grenzort Panmunjom stattfinden.

Die Spannungen in der Region hatten sich 2017 deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrfach Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen UN-Resolutionen verstoßen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben jetzt das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen. Die nordkoreanische Seite habe bei den Gesprächen in Pjöngjang betont, dass es keinen Grund habe, Atomwaffen zu besitzen, wenn es eine Sicherheitsgarantie habe, hieß es. Nordkorea habe außerdem seine Bereitschaft zum Dialog mit den USA geäußert. Sollten Gespräche mit Washington stattfinden, wolle Nordkorea seine Atom- und Raketentests einfrieren.

Moon hatte am Montag eine Delegation von fünf Emissären unter Leitung von Chung Eui Yong auch mit der Absicht nach Nordkorea geschickt, die kommunistische Führung in Pjöngjang und Washington an einen Tisch zu bringen. Kim Jong Un hatte die südkoreanischen Abgesandten nach deren Ankunft am Montag getroffen und für sie ein Abendessen gegeben. Es war das erste Mal seit seiner Machtübernahme Ende 2011, dass der Diktator hochrangige Vertreter Südkoreas traf.

US-Präsident Donald Trump hat nach der Ankündigung des Gipfeltreffens einen möglichen Fortschritt in den Beziehungen der Konfliktparteien anerkannt. "Erstmals in vielen Jahren ist durch alle beteiligten Parteien eine ernsthafte Anstrengung unternommen worden", schrieb er am Dienstag auf Twitter. "Die Welt wartet und sieht zu." Es könne sich um falsche Hoffnungen handeln. Die USA seien bereit, in jede Richtung voranzuschreiten.

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