12.03.2018 - 21:48 Uhr
Deutschland & Welt

Unicef beklagt zunehmende Gewalt gegen Kinder Bittere Syrien-Bilanz

Köln/Berlin. (KNA) Sieben Jahre nach Beginn des Konflikts in Syrien beklagen Organisationen die Situation der Menschen in Syrien. Das Hilfswerk Unicef prangerte eine wachsende Gewalt gegen Kinder an. "2017 war bisher das schlimmste Jahr für Kinder: 910 Todesfälle und 361 Verwundungen von Mädchen und Jungen haben die Vereinten Nationen verifiziert, eine Steigerung um 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr", erklärte das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Montag in Köln. Die tatsächliche Zahl sei wahrscheinlich deutlich höher. In den ersten beiden Monaten von 2018 wurden Unicef zufolge bereits mehr als 1000 Kinder getötet oder verletzt.

Ein verletztes Kind erhält Erste Hilfe in einem Krankenhaus in Al-Ghuta. Bild: Anas Alkharboutli/dpa
von Agentur KNAProfil

Die Diakonie Katastrophenhilfe forderte langfristig wirksame Hilfe für Zivilisten im Syrienkrieg. Es gelte, ein Leben in Würde zu ermöglichen, sagte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel in Berlin. Die Menschen müssten ihr Leben in jeder Hinsicht wieder selbst in die Hand nehmen können. Der seit sieben Jahren andauernde Krieg habe nicht nur Spuren in den Seelen der Menschen hinterlassen, sondern Auswirkungen auf Wirtschaft, Einkommen und die medizinische Versorgung.

Das evangelische Hilfswerk kritisierte zudem alle beteiligten Akteure in dem Konflikt. "Keine Kriegspartei hält sich an die Prinzipien des humanitären Völkerrechts." Es sei "schamlos", wie sie versuchten ihre nationalen und geostrategischen Interessen um jeden menschlichen Preis durchzusetzen. Das Bündnis "Aktion Deutschland Hilft" verlangte einen Zugang für humanitäre Hilfe in das umkämpfte Ost-Ghuta. Dort sind 400 000 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. Laut Angaben der Diakonie benötigen in Syrien rund 13 Millionen Menschen humanitäre Hilfe.

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