07.02.2018 - 11:54 Uhr
Deutschland & Welt

US-Präsident beauftragt Verteidigungsministerium mit Planung Auch Trump will eine Militärparade

Washington. Wie China, Russland und Nordkorea will US-Präsident Donald Trump die Stärke seines Landes nun auch mit einer Militärparade zeigen. Er beauftragte das Pentagon mit der Planung einer Parade, wie seine Sprecherin Sarah Sanders am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte. Trump sei großer Unterstützer der Streitkräfte. Er habe das Verteidigungsministerium deswegen darum gebeten, die Möglichkeit einer Feierlichkeit zu prüfen, bei der alle Amerikaner ihre Wertschätzung zum Ausdruck bringen könnten, sagte Sanders.

US-Präsident Donald Trump (Mitte) und der französische Präsident Emmanuel Macron (rechts) am 14. Juli 2017 bei der Parade anlässlich Frankreichs Nationalfeiertag auf dem Champs Elysees. Archivbild: Michel Euler/dpa
von Agentur DPAProfil

Der Wunsch nach einer Parade entstand bei Trump nach einem Bericht der "Washington Post", als er bei dem Aufzug zum französischen Nationalfeiertag in Paris zu Gast war. "Der Marschbefehl lautete: Ich will eine Parade wie die in Frankreich", zitierte die Zeitung einen Mitarbeiter des Militärs, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die Parade soll demnach noch in diesem Jahr stattfinden. Trump hatte 2017 auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron die traditionelle Militärparade auf den Champs-Élysées verfolgt. Ehemalige Top-Militärs der USA kritisierten im Sender CNN Trumps Plan. "Ich komme von dem Gedanken nicht los, dass es hierbei mehr um sein Ego als um alles andere geht. Ich meine: Wer ist jetzt der Raketenmann?", spielte John Kirby, Konteradmiral im Ruhestand und ehemaliger Sprecher des US-Außenministeriums unter Präsident Barack Obama, auf Trumps Rede vor den Vereinten Nationen an. Damals hatte Trump Nordkoreas autoritären Staatschef Kim Jong Un als "Raketenmann" bezeichnet. Ähnlich äußerte sich der Generalmajor im Ruhestand, Paul Eaton: Jede Parade sei nur dazu da, Trump zu ehren, nicht das Militär. Der Plan zeige die "autoritären Tendenzen" des Präsidenten. Die letzte größere Militärparade in den USA ist mehr als ein Vierteljahrhundert her. 1991 marschierten Soldaten nach dem ersten Irakkrieg unter Präsident George Bush senior durch Washington, um den (ersten) Sieg über Saddam Hussein zu feiern. Nordkorea indes plant seit Längerem eine große Parade für Donnerstag, dem 70. Jahrestag der Gründung seiner Armee. Auch zum Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung schickt die Regierung häufig Tausende Soldaten, Panzer und Raketenwagen durch die Hauptstadt. Kim Jong Un hat die Paraden mehrfach benutzt, um die Entwicklungen des nordkoreanischen Raketenprogramms der Welt zu präsentieren.

Heutzutage sind neben Nordkorea vor allem China und Russland für Militärparaden bekannt. Russland begeht seinen wichtigsten Feiertag, den Tag des Sieges über Nazi-Deutschland im "Großen Vaterländischen Krieg", traditionell am 9. Mai mit großen Militärparaden im ganzen Land. In Europa ist Frankreich das einzige Land in Europa, das regelmäßig große Paraden abhält: Alljährlich zum Nationalfeiertag am 14. Juli, der die Erstürmung des berüchtigten Gefängnisses Bastille während der Französischen Revolution feiert, marschieren Soldaten über den Champs-Élysées. Im Vergleich zu Nordkorea, China und Russland sind diese Paraden aber eher klein. Wie groß die Parade in Washington werden und wann sie stattfinden soll, ist noch unklar.

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