1. FC Köln feiert Torschützen Bittencourt und Koziello nach Coup in Leipzig
"Wir leben noch"

Leipzigs Kevin Kampl (rechts) kam nicht hinterher. Die Kölner um Yuya Osako entführten drei Punkte aus Sachsen. Bild: Soeren Stache/dpa

Leipzig. Der Matchwinner wollte nach dem Traum-Comeback in seiner Geburtsstadt nicht zu sehr im Mittelpunkt stehen. "Klar ist es für mich schön, dass ich den Siegtreffer machen durfte", sagte Leonardo Bittencourt, nachdem er den 1. FC Köln mit seinem Tor zum 2:1-Sieg gegen RB Leipzig geschossen hatte. "Aber letztendlich ist es egal. Wenn es ein Eigentor gewesen wäre, hätte ich mich genauso gefreut."

Sein Trainer richtete den Fokus da schon mehr auf den 24-Jährigen: "Leo ist auf Dauer für den Club und unsere Situation überlebenswichtig." Mit einem fitten Bittencourt doch noch zum Klassenverbleib - so oder so ähnlich könnte die Devise beim Tabellenschlusslicht lauten.

Der überraschende Auswärtserfolg beim Champions-League-Aspiranten und Vizemeister aus Sachsen hat die Hoffnung nach zuvor vier Partien ohne Sieg zurückgebracht. "Wir leben noch im Abstiegskampf", sagte Kölns Torwart Timo Horn. "Ich denke, wenn wir verloren hätten, wäre es schon extrem schwierig geworden." So aber ist der Glaube da, die sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz noch aufholen zu können.

Neben Bittencourt hatte Winterneuzugang Vincent Koziello großen Anteil am Kölner Coup in der Red-Bull-Arena. Er glich die frühe Leipziger Führung durch Jean-Kévin Augustin aus und zeigte bei seinem Startelf-Debüt auch sonst eine starke Leistung. "Für den Vince freut es mich riesig", sagte Horn. "Er hat ein gutes Spiel gemacht und Ruhe reingebracht im Mittelfeld." Bittencourts Job-Beschreibung ist eine andere. Nach seiner Einwechslung eine knappe halbe Stunde vor Schluss gab er den Angriffen der Kölner neuen Schwung. "Leo ist ein Unterschied-Spieler", beschrieb Ruthenbeck dessen Qualitäten.

Bittencourt gab sich kämpferisch. "Letztendlich wird am 34. Spieltag abgerechnet", sagte er. "Und solange rechnerisch noch was drin ist, wird man hier keinen sehen, der aufgibt." Für den Offensivmann war es ein besonderes Spiel: "Mein Papa hat hier auch mal Bundesliga gespielt", sagte er über Ex-Profi Franklin, der zwischen 1992 und 1998 für den VfB Leipzig spielte. Sohn Leonardo erklärte grinsend: "Er hat mir erzählt: 'Ich habe in dem Stadion schon mal getroffen.' Das habe ich nicht auf mir sitzen lassen."
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