12.01.2018 - 23:32 Uhr
Sport

Fußball Bundesliga 1. FC Köln beschwört das Wunder

Köln. Köln lebt den Glauben an das Fußball-Wunder. Ob Club-Führung, einstige Publikumslieblinge oder Vertreter Gottes - dem 1. FC Köln wird trotz einer desaströsen Hinrunde mit nur sechs Punkten zugetraut, doch den Klassenverbleib erhalt in der Fußball-Bundesliga schaffen zu können. "Natürlich! Wir werden alles versuchen, um dieses Wunder zu schaffen. Vor uns liegen 17 Endspiele, wir müssen sie alle einzeln angehen, ohne dauernd auf die Tabelle zu schauen. Die Spiele gegen Gladbach und in Hamburg sind gleich sehr wichtig", sagte Vizepräsident Toni Schumacher in einem am Freitag auf der Club-Homepage veröffentlichten Interview.

Die Anhänger des 1. FC Köln sind bundesligareif - aber ist es auch die Mannschaft? Der Bundesliga-Letzte will in der Rückrunde Berge versetzen und doch noch den Ligaverbleib schaffen. Bild: Federico Gambarini/dpa
von Agentur DPAProfil

Wie der Europameister von 1980 hielten es vor dem schweren rheinischen Derby gegen Borussia Mönchengladbach am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) Ikone Lukas Podolski, Ex-Trainer Peter Stöger und Kardinal Rainer Maria Woelki. "Ich glaube daran, ich habe ein gutes Gefühl", sagte Weltmeister Podolski. Ex-Trainer Stöger, unter dem der Club nach vier guten Jahren so abstürzte, setzt auf die Rückkehrer. Die Mannschaft werde sich "stabiler zeigen. Wenn sie es noch schafft, wäre das eine riesen Geschichte. Ich drücke dem FC die Daumen", sagte der Österreicher. Und der Erzbischof setzt auf die Kraft des Glaubens. "Ich glaube daran, weil ich ein Mensch voller Hoffnung bin. Man darf für alles beten, auch für den Fußball-Gott", wurde Woelki in der Tageszeitung "Express" zitiert.

Die Hypothek wiegt nach der schlechtesten Hinrundenbilanz der FC-Historie schwer. Neuzugang Simon Terodde machte sich daher auch nichts vor. "Natürlich kann ich die Tabelle lesen - und ich bin Realist", sagte der 29-Jährige, sagte aber auch: "Wir werden in der Rückrunde alles raushauen. Wir werden nichts verschenken." Auch der neue Coach Stefan Ruthenbeck gibt sich kämpferisch und selbstbewusst. Dem offensivstarken rheinischen Rivalen will er mit einer variablen Defensive begegnen. "Sie sind vorne sehr effektiv. Deshalb haben wir den Fokus auf das Spiel gegen den Ball. Wir können in der Defensive mehrere Systeme spielen. Gladbach muss sich da schon etwas einfallen lassen, um gegen uns zu treffen", sagte Ruthenbeck.

Das 1:0 am letzten Hinrundenspieltag gegen Wolfsburg soll der Beginn dieser unwahrscheinlich anmutenden Aufholjagd sein. Ansatzweise ist sportliche Besserung da: Am vergangenen Wochenende gab es den Gesamterfolg beim Blitzturnier in Bielefeld. Viel wichtiger ist für den Coach aber der personelle Faktor: Langzeitverletzte wie Jonas Hector sind wieder dabei. Auch Simon Zoller, Yuya Osako, Sehrou Guirassy, Claudio Pizarro, Nikolas Nartey und Marcel Risse sind Optionen, die helfen können und sollen, das sportliche Wunder irgendwie möglich zu machen.

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