18.10.2017 - 22:42 Uhr
Sport

Fußball Europa-League Deutsches Trio will endlich jubeln

München. An einen unbeschwerten internationalen Abend ist für die deutschen Europa-League-Starter nicht zu denken. Hoffenheim steht nach zwei Niederlagen schon unter Siegzwang, Herthas Reise in die Ukraine wird von der Kritik an der vielbeachteten Kniefall-Geste gestört - und Köln wäre am liebsten gar nicht nach Minsk geflogen. Die Vorzeichen für den dritten Spieltag könnten deutlich besser sein, zumal sich das Trio am Wochenende in der Fußball-Bundesliga alles andere als ideal eingestimmt hat auf die Europa-Aufgaben.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann steht nachdenklich am Spielfeldrand. Nach zwei Niederlagen muss 1899 Hoffenheim heute gegen Basaksehir unbedingt gewinnen, sonst droht das vorzeitige Aus in der Europa-League. Bild: U. Anspach/dpa
von Agentur DPAProfil

1899 Hoffenheim spielt gegen Istanbul Basaksehir am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Sport1) womöglich schon gegen das vorzeitige Aus in der Gruppenphase. Nach zwei Niederlagen wurde Sportchef Alexander Rosen deutlich: "Wenn wir die Vorrunde überstehen wollen, und das ist unser Ziel, dann müssten wir jetzt anfangen zu punkten, im besten Fall zu siegen." Coach Julian Nagelsmann hofft, aufgrund der Situation der Türken - die erst einen Punkt geholt haben - nicht gegen ein Defensivbollwerk spielen zu müssen. "Auch Istanbul muss gewinnen, von daher hoffe ich, dass sie ein bisschen mitspielen", sagte er.

Auch wenn Basaksehir weniger Renommee hat als Galatasaray, Besiktas oder Fenerbahce, so gehen die Kraichgauer doch gewarnt in die Partie gegen den von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan protegierten Club. "Das ist eine sehr gute Mannschaft mit vielen Altstars, die extrem viel Erfahrung haben und abgezockte Typen sind", sagte Nagelsmann zur Truppe um Profis wie Emmanuel Adebayor, Gael Clichy, Eljero Elia oder Kapitän Emre Belözoglu. Von dem 37-Jährigen, einer "absoluten Legende in der Türkei", will 1899-Spielmacher Kerem Demirbay das Trikot.

An Souvenirs denkt man bei Hertha BSC nicht - die Hauptstädter haben sich mit Gedanken abseits des Spiels schon genug Trubel eingehandelt. Der international beachtete Kniefall-Protest vor dem Liga-Spiel gegen Schalke war auch vor dem Flug zu Sorja Luhansk nach Lwiw ein Thema. In sozialen Netzwerken und Kommentaren war die Aktion als PR-Gag und Effekthascherei kritisiert worden. "Die Leute, die das sagen, haben nicht so viel Ahnung von dem Thema", entgegnete Neuzugang Valentino Lazaro. Stürmer Salomon Kalou sagte: "Für mich ist es wie Terrorismus. Entweder bist du dagegen oder dafür." Sportlich ist das Duell mit dem Tabellensiebten der ukrainischen Premier Liga am Donnerstag (19.00 Uhr/Sky) richtungsweisend. Mit nur einem Punkt aus zwei Partien droht Hertha das Aus.

Die Europapokal-Sorgen sind für den noch punktlosen 1. FC Köln indes zweitrangig, für die Domstädter hat der Abstiegskampf in der Bundesliga Priorität. "Zum ersten Mal würde ich sagen, dass ein Spiel ungelegen kommt", meinte Kapitän Matthias Lehmann zur Auswärtsaufgabe bei BATE Borissow (19.00 Uhr/Sky). "Denn die Partie am Sonntag gegen Bremen ist doch deutlich wichtiger." Nach der Rückkehr aus Weißrussland wollen die Kölner als Schlusslicht gegen den Vorletzten Werder siegen.

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