10.04.2018 - 21:28 Uhr
Deutschland & Welt

Umbau der Führungsstruktur VW-Lenker Müller räumt Chefsessel

Eine "Weiterentwicklung der Führungsstruktur" - so formuliert Volkswagen das nächste Umbauprojekt. Es dürfte den größten Autokonzern der Welt stark verändern. Das Management wird dabei nicht geschont.

Matthias Müller, der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, soll seinen Posten abgeben. Archivbild: Marijan Murat/dpa
von Agentur DPAProfil

Wolfsburg/Berlin. Der frühere BMW-Manager und derzeitige VW-Markenchef Herbert Diess wird aller Voraussicht nach neuer Vorstandschef der Volkswagen-Gruppe. Der 59-Jährige soll Matthias Müller an der Spitze des weltgrößten Autokonzerns ablösen, erfuhr dpa am Dienstag aus Aufsichtsrats- und Unternehmenskreisen. Insidern zufolge ist der Schritt Teil eines größeren Konzernumbaus. Die Veränderungen in Wolfsburg seien umfassend.

Im Zuge des Umbaus soll zudem ein enger Vertrauter von Betriebsratschef Bernd Osterloh VW-Personalvorstand werden. Den Posten soll Gunnar Kilian übernehmen, derzeit Generalsekretär des VW-Konzernbetriebsrates, wie die Deutsche Presse-Agentur am Abend aus Kreisen des Aufsichtsrats erfuhr. Kilian soll Karlheinz Blessing ablösen. Der einflussreiche VW-Betriebsratschef Osterloh sitzt auch im Aufsichtsrat. Blessing ist erst seit Anfang 2016 im Amt.

VW selbst hatte in einer Mitteilung angekündigt, man prüfe "eine Weiterentwicklung der Führungsstruktur". Dies schließe Änderungen bei den Verantwortlichkeiten ein, jedoch womöglich auch "eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden".

Welche Punkte im Einzelnen vorgesehen sind und was dies für die Zukunft Müllers bedeuten würde, war vorher unklar geblieben - Volkswagen machte keine weiteren Angaben. Der Vertrag von Müller (64) läuft bis 2020. Diess kam 2015 von BMW und handelte unter anderem das Reform- und Sparprogramm "Zukunftspakt" bei der Stammsparte mit dem mächtigen Betriebsrat aus. Müller habe seine "grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken", erklärte VW. An diesem Freitag soll nach dpa-Informationen der Aufsichtsrat zusammenkommen. Dabei dürfte es um eine mögliche Abspaltung des Lkw-Geschäfts und Personalien gehen.

Bei Volkswagen sind die Strukturen seit langem ein zentrales Thema. Der riesige Konzern kämpft mit seinem komplexen Aufbau und will den Marken und Regionen mehr Verantwortung geben. Außerdem erfordern die Elektromobilität und die Vernetzung viele Veränderungen.

Zeitgleich mit den Wolfsburgern ging die Muttergesellschaft Porsche SE an die Öffentlichkeit und teilte mit, dass Veränderungen im VW-Vorstand auch zu Änderungen im Vorstand bei der Porsche SE führen könnten. Die von den Familien Porsche und Piëch kontrollierte Porsche SE hält gut 52 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen.

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