48-Stunden-Streik beim BR: Programmablauf gestört

Archivsendungen statt Live-Programm, Musik statt Infowelle: Erneut sorgen Streikaktionen beim Bayerischen Rundfunk für Sendeausfälle. Die Fronten in der laufenden Tarifrunde verhärten sich.

Ein Plakat mit der Aufschrift "Streik" und das Logo vom Bayerischen Rundfunk (BR) sind am Funkhaus zu sehen. Die Gewerkschaften Bayerischer Journalisten-Verband (BJV) und Verdi haben zu einem 48-Stunden-Warnstreik in Fernsehen, Rundfunk und Online-Angeboten aufgerufen.
von Agentur DPAProfil

Der Tarifkonflikt beim Bayerischen Rundfunk (BR) führt durch einen 48-stündigen Streik erneut zu Sendeausfällen in Radio und Fernsehen. Die BR-Hörfunkwellen mussten am Donnerstag ihr Programm einschränken, im TV ersetzte die ARD-Anstalt Live-Sendungen wie die "Abendschau" durch Archivbeiträge. Der Streik soll wie geplant auch den ganzen Freitag andauern, kündigten der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) und die Gewerkschaft Verdi an.

In der laufenden Tarifrunde war es beim BR bereits seit Mitte September zu Sendeausfällen durch Streikaktionen gekommen - erstmals in der Geschichte der öffentlich-rechtlichen Anstalt. Zu den Aktionen aufgerufen sind diesmal alle Betriebsteile des BR für Hörfunk, TV und Online im gesamten Freistaat.

Die Tarifverhandlungen betreffen nach Senderangaben rund 3500 feste Mitarbeiter und knapp 1700 arbeitnehmerähnliche freie Mitarbeiter sowie gut 400 Gagenempfänger.

Der BJV fordert ein Plus im Gesamtvolumen von 7,8 Prozent für eine Laufzeit von 33 Monaten. Die Gewerkschaft Verdi verlangt bei einem mehrjährigen Abschluss im Paket mindestens 3,2 Prozent pro Jahr. Der BR bietet aktuell eine Erhöhung um jeweils 2,1 Prozent für 2019 und 2020 an.

Die nächste Verhandlungsrunde ist am 27. November. Gestreikt wird in der gegenwärtigen Tarifrunde auch in anderen ARD-Anstalten immer wieder. An einer Kundgebung in München vor dem BR-Hochhaus beteiligten sich am Donnerstag laut BJV rund 500 Menschen, am zweitgrößten Standort in Nürnberg seien es 100 gewesen.

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