19.07.2019 - 10:47 Uhr
Deutschland & Welt

Abenteuer Nashville

Wir schreiben den März 2019, als der Regensburger Singer/Songwriter T. G. Copperfield beschließt, mit einer Gitarre und sieben Kompositionen im Reisegepäck, sich in den Flieger nach Nashville, Tennessee zu setzen. Und er hat einen Plan.

Immer auf der Suche nach neuen Sounds: Der Regensburger Gitarrist und Musiker T. G. Copperfield.
von Autor MFGProfil

Zusammen mit dem dort ansässigen Musiker und Produzenten Caleb Sherman in dessen "Cygnus Sound"-Studio eine Platte aufzunehmen - das ist der Plan. Vor allem aber geht es darum, ein Rock-'n'-Roll-Abenteuer zu erleben. Genau so geschieht es. "Hauptberuflich" ist der Oberpfälzer Sänger, Gitarrist und Komponist des Quintetts "3 Dayz Whiskey", das innerhalb von nur sieben Jahren fünf Alben veröffentlicht hat, eines kraftvoller und mitreißender als das andere. Von den zahlreichen fulminanten, jeden Abend aufs neue schweißtreibenden Auftritten ganz zu schweigen. Und wie nebenher räumt der Fünfer aus Regensburg samt einigen anderen Trophäen 2014 auch den renommierten "Rock & Pop-Preis" als "Beste Rhythm & Blues-Band Deutschlands" ab.

Extrem stolz

Tilo George, wie Copperfield mit zivilen Vornamen heißt, ist nach wie vor, laut eigener Aussage, "extrem stolz auf die Bandgeschichte. Und ich hoffe und denke, das bislang Erreichte war noch nicht das Ende der Fahnenstange, was unsere Karriere betrifft. Trotzdem liegt das aktuelle Hauptaugenmerk auf meiner Solo-Karriere. Bei unserer Gruppe herrschte 2016 ein gewisser kreativer Leerlauf. Da ich hyper-aktiv bin und keine künstlerische Atempause kenne, nutzte ich diesen Umstand, Produktionen unter eigenem Namen einzuspielen. Um jetzt in äußerst kurzer Zeit - innerhalb von gerade mal gut zwei Jahren - sechs Platten vorzulegen. So muss es sein, wenn man sich der Kunst mit Haut und Haar verschrieben hat."

Allzu groß klingen die Unterschiede zwischen Liedern von "3 Dayz Whiskey" und den T.-G.-Songs für den Außenstehenden nicht. T. G. Ist anderer Meinung: "Der Blues und erdiger Rock 'n' Roll sind auf meinen Solo-Platten das Zentrum des Geschehens", erklärt Copperfield. "Doch ich habe mich stets ganz bewusst anderen Einflüssen ausgesetzt, um ein möglichst vielseitiges Spektrum zu repräsentieren, etwa Country, Folk, Americana, Classic Rock und sogar ein wenig Funk. Ich habe im Alleingang bei keiner Stilrichtung Berührungsängste an den Tag gelegt", meint der drahtige Sonnyboy lässig.

Jetzt zurück nach Tennessee, wo sein aktuelles Werk "Crank It Up In Nashville" an Fahrt aufgenommen hat und finalisiert worden ist. "Die ganze Chose", erklärt Copperfield, "fing bereits vor drei Jahren an, als ich Caleb über Kumpels kennengelernt habe. Wir wurden rasch enge Freunde. Irgendwann schlug mein neuer Buddy mir vor, ihn zu besuchen und dort meine nächste Scheibe aufzunehmen, von wegen sehr inspirierendes Klima für Kreative. Jetzt habe ich das einfach mal durchgezogen."

Der 39-Jährige nahm sich für dieses Projekt eineinhalb Wochen Zeit, vier Tage davon wurden im Studio verbracht. "Ich hatte ein bisschen die Befürchtung, dass sich der Country-Einfluss zu stark breit machen würde, schließlich ist Nashville für uns Außenstehende der Inbegriff für jene Stilrichtung", meint Copperfield. "Doch als ich vor Ort war, habe ich nach kurzer Zeit mitgekriegt, wie breitgefächert die Szene dort ist, es gibt Heavy-Metal-Typen, Alternative-Rock-Leute, Folk-Freaks, alle treffen sich in den einschlägigen Bars. Dieser spannende Umstand hat die Songs meiner Produktion stark beeinflusst."

Texte sehr wichtig

Um das musikalische Spektrum zu erweitern kam hinzu, dass Sherman in Nashville ansässige Gäste rekrutierte, die Copperfields Klangbild mit prägten. Da wären Schlagzeuger Christopher Williams, der bei Metal-Legende "Accept" die Felle bearbeitet. Der renommierte Session-Bassist Brandon Roberts. Und auch die Songwriter Dan Lucas, Dan Harrison sowie Dave McCann plus Münchens Blues-Altmeister Dr. Will haben sich auf T. G.'s aktuellem Streich verewigt, so dass am Ende elf Stücke darauf zu finden sind, vier davon inspirierte Remixe.

"Die Texte sind mir dieses Mal äußerst wichtig", reflektiert Copperfield, "sie waren zu 80 Prozent fertig geschrieben, ehe ich in den Flieger gestiegen bin. Die restlichen 20 Prozent sind mir in Nashville eingefallen. Wenn ein Typ wie ich in den USA weilt, wird er zwangsläufig mit dem aktuellen Präsidenten jenes Landes konfrontiert. Man denkt politisch. Daher sind einige meiner Verse wütend und kritisch ausgefallen. Es geht um Humanität in Zeiten eines nicht-humanen Mr. Trump."

In Kürze stehen im Leben des verheirateten Familienvaters Konzerte an, die mit dreiköpfiger Band absolviert werden. "Live spielen ist nach wie vor die Königsklasse für mich", freut sich Copperfield diebisch. "Ich stiefle auf die Bühne. Es geht los. Und wird höllisch rocken, das ist fest versprochen!"

www.tgcopperfield.com

Cover der neuen CD "Crank It Up In Nashville".
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