19.06.2018 - 14:41 Uhr
Deutschland & Welt

Abtauchen mit Folgen - Wenn Wasser ins Ohr schwappt

von Gesund & VitalProfil

Einfach mal abtauchen! Im Freibad oder im Meer – wie könnte sich der Sommer schöner genießen lassen? Manchmal jedoch hat das Abtauchen ins kühle Nass gesundheitliche Folgen, die so gar nicht schön sind: Wasser im Ohr. Plötzlich dieses Gefühl, mit Ohrstöpsel durch die Welt zu laufen, das Drumherum nur noch halb so gut zu hören. Meistens ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Wasser aus den Ohren von selbst wieder herausläuft, doch wenn dies ausbleibt, kann es zu Infektionen und Entzündungen kommen.

Unsere Ohren – komplex und empfindlich

Unsere Ohren sind ein sensibles Konstrukt, hoch komplex und somit anfällig für Einflüsse von außen. Eigentlich schützt Ohrenschmalz verlässlich vor Keimen und Bakterien – zu viel Wasser oder auch häufig benutzte Wattestäbchen greifen diese Schutzschicht allerdings an. Strömt viel Wasser in unsere Ohren, schwemmt das mitunter die Gehörgangshaut so sehr auf, dass gesundheitsschädliche Eindringlinge nicht mehr am Ohrenschmalz abprallen. Ganz im Gegenteil: Der nun feucht-warme Gehörgang bietet Bakterien den idealen Ort, um sich einzunisten. Eine Gehörgangs- oder Mittelohrentzündung können die Folge sein, bei der im schlimmsten Fall das Trommelfell reißt.

Vorsicht vor Wattestäbchen

Was also tun, wenn im Schwimmbad oder im Meer Wasser ins Ohr schwappt und so gar nicht mehr ablaufen will? Wattestäbchen, um das Ohr trocken zu tupfen, ist eine denkbar ungünstige Variante – zu groß die Gefahr, dass dadurch Bakterien und Ohrenschmalz noch tiefer in den Gehörgang gepresst werden. Das Trommelfell kann verletzt werden, schlechteres Hören ist die Folge. Auch eine Gehörgangsverletzung ist möglich, wenn Wattestäbchen allzu unsanft zum Einsatz kommen.

Springen, drehen, Kopf schütteln

Effektiver und gesünder ist es, einfach zu springen, sich zu drehen und den Kopf zu schütteln. Auch ein Föhn kann helfen, indem der Gehörgang trocken geföhnt wird. Das nötige Fingerspitzengefühl vorausgesetzt, ist es möglich, mit der Spitze eines Papiertaschentuchs das Wasser aus dem Gehörgang aufzusaugen. Durch Gähnen oder Kaubewegungen wird der Druck im Mittelohr erhöht, dies kann ebenso helfen, das Wasser aus dem Gehörgang zu entfernen.

Hilfe vom HNO-Arzt

Helfen diese Selbstmaßnahmen nicht und das dumpfe Gefühl in den Ohren hält über mehrere Tage an, befindet sich wahrscheinlich zuviel Ohrenschmalz im Gehörgang, das durch den Wassereintritt aufgequollen ist und nun auf dem Trommelfell liegt. Dieses zu entfernen, obliegt ausschließlich dem HNO-Arzt. Denn für diesbezügliche Selbstexperimente ist das Ohr im Allgemeinen und das Trommelfell im speziellen zu sensibel. Der Mediziner wird zunächst mit dem Mikroskop kontrollieren, ob das Trommelfell intakt ist und kein Loch hat. Unter mikroskopischer Kontrolle spült der HNO-Arzt das Ohr mit körperwarmem Wasser, das Ohrenschmalz wird dadurch aufgeweicht, anschließend abgesaugt.

Badeurlaub – Herausforderung für Ohren

Für unsere Ohren sind Badeurlaube im Übrigen eine große Herausforderung, weisen Hotelpools und Meerwasser doch unterschiedliche Wasserqualitäten auf. Dies kann das Gleichgewicht im Ohrinneren mächtig durcheinander wirbeln. Zur Vorbeugung empfehlen sich Ohrentropfen, die Glycerin und Alkohol enthalten, diese schützen den ph-Wert der Haut im Gehörgang. Praktische Ohrstöpsel, die einen Wassereintritt von vornherein verhindern, sind ebenso ratsam.

Gut zu wissen:

Badespaß – aber sicher
Endlich steigen die temperaturen über 30 Grad, die Zeit der Badeseen ist gekommen – und der Badeurlaub am Meer ist zum Greifen nah. So schön und erholsam schwimmen im Meer und in seen sein kann, so wichtig ist es, regeln zu beachten. Die wichtigsten im Überblick.

Körper langsam abkühlen
Wenn es heiß ist, heizt auch der Körper stark auf – wer sich abrupt ins kühle Nass stürzt, riskiert durch den plötzlichen Temperaturwechsel einen Kreislaufkollaps. Deshalb: Körper erst allmählich abkühlen und Schritt für Schritt ins Wasser gehen.

Nicht mit vollem Magen schwimmen
Es ist zwar nicht wirklich gefährlich, doch weil der Körper nach dem Essen mit dem Verdauen beschäftigt ist, steht weniger Kraft zum Schwimmen zur Verfügung. Deshalb: Wer unter Herz- und Kreislaufproblemen leidet, sollte die Doppelbelastung zur Sicherheit vermeiden.

Kein Alkohol vor dem Baden
Alkohol setzt die hemmschwelle herunter, dies führt zu weniger Achtsamkeit. Gefahren wie Strömungen oder die Distanz zum Ufer werden unterschätzt. Alkohol ist deshalb ein schlechter schwimmbegleiter.

Keine längeren Strecken alleine schwimmen

Viele notfälle am und im Wasser sind häufig eine Folge von Leichtsinn oder Selbstüberschätzung. Untrainierte Schwimmer sollten nicht zu weit hinaus schwimmen, vor allem nicht alleine. Ein plötzlicher Krampf oder das nachlassen der Kräfte können dramatische Folgen haben.

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