02.07.2026 - 14:29 Uhr

Aigner erinnert an Opfer des Völkermords von Srebrenica

Das bayerische Landtagspräsidium ist für drei Tage zu Gast in Bosnien-Herzegowina. Der emotionale Höhepunkt der Reise kommt schon vor einem geplanten Treffen mit dem Staatspräsidenten.

Bayerns Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) hat auf einer Reise nach Bosnien-Herzegowina an die Opfer des Völkermords von Srebrenica erinnert. Gemeinsam mit dem Präsidium des Landtags besuchte sie die Gedenkstätte zu Ehren der mehr als 8.000 Opfer und legte einen Kranz zum Gedenken nieder. Was hier geschehen sei, könne man wohl nie richtig ermessen, sagte die CSU-Politikerin bei Gesprächen mit dem Leiter der Gedenkstätte, Emir Suljagic, und der Präsidentin des Vereins Mütter von Srebrenica, Munira Subasic. „Wir wissen um die Bedeutung solcher Gedenkstätten - auch aus unserer eigenen Erfahrung“, betonte Aigner.

Massaker von Srebrenica

Im Juli 1995 töteten bosnisch-serbische Truppen in dem im Osten des Landes gelegenen Srebrenica mehr als 8.000 Menschen, in der Mehrzahl muslimische Männer und männliche Jugendliche. Internationale Gerichte haben die grauenvolle Episode im Bosnien-Krieg als Völkermord anerkannt. Sie gilt als das schlimmste Massaker seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.

Treffen mit dem Staatspräsidenten

Aigner und das Landtagspräsidium sind drei Tage zu Besuch in Bosnien-Herzegowina. Politischer Höhepunkt sollte ein Treffen mit Staatspräsident Denis Becirovic in der Hauptstadt Sarajevo am Nachmittag sein.

Zum Auftakt der Reise hatte Aigner am Mittwoch den ehemaligen Bosnien-Beauftragten der internationalen Staatengemeinschaft, Christian Schmidt (CSU), getroffen. Schmidt hatte das Amt des Hohen Repräsentanten für Bosnien-Herzegowina seit 2021 inne. Auf amerikanischen Druck hin hatte er im Mai seinen Rücktritt angekündigt - seit 1. Juli ist er nun nicht mehr im Amt.

Bosnien-Herzegowina ist seit 2022 EU-Beitrittskandidat. 2024 beschloss der Europäische Rat die Aufnahme offizieller Beitrittsverhandlungen. Davor muss das Land aber noch tiefgreifende Reformen insbesondere in den Bereichen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung umsetzen.

© dpa-infocom, dpa:260702-930-322860/1

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