Köln
10.03.2026 - 09:32 Uhr

Eine aktuelle Politsatire von Wolfgang Schorlau

Ein Wirtschaftsminister, der gegen Erneuerbare setzt, eine entführte Klimaaktivistin als Mutter – Schorlau entwirft mit spitzer Feder eine Satire auf aktuelle Energiepolitik.

Der Autor Schorlau 2016 bei einer Lesung. Bild: picture alliance / dpa
Der Autor Schorlau 2016 bei einer Lesung.

Die Gas-Branche kann ihr Glück kaum fassen: Ihr Mann wird neuer Wirtschaftsminister. Karsten Richter, smart, angepasst und frei von Skrupeln, verkündet umgehend den Ausbau von Gaskraftwerken und das Herunterfahren der Erneuerbaren. 

Doch im Moment des größten Triumphs funkt plötzlich seine Mutter dazwischen. Die überzeugte Klimaaktivistin Edith Richter kündigt wutentbrannt eine Pressekonferenz an. Ihr Thema: „Mein Sohn Karsten – die Ökosau“. Kurz danach wird sie entführt, der Minister soll ein hohes Lösegeld aufbringen. Mehr noch als die Öffentlichkeit fürchtet Karrierist Richter allerdings den Verlust seines Jobs. Das spornt ihn zu Höchstleistungen an. 

Wolfgang Schorlau, bekannt für seine Krimis um den Stuttgarter Ermittler Georg Dengler, legt mit seinem neuen Buch eine hochaktuelle Politsatire vor. Das Kabinett um Bundeskanzler Fred Klein, früherer Mitarbeiter der „Vermögensverwaltung Black Cock“, kommt dabei nicht gut weg. 

Mit Furor spießt Schorlau die in seinen Augen rückwärtsgewandte und lobbygetriebene Energiepolitik auf. Einzelne Akteure wie etwa der Innenminister, „ein unangenehmer Besserwisser“, sind dabei nur notdürftig getarnt. Obwohl manchmal arg dick und plakativ aufgetragen, ist es doch eine unterhaltsame Lektüre.

© dpa-infocom, dpa:260310-930-794444/1

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