21.05.2018 - 14:04 Uhr
Deutschland & Welt

Nach Parlamenstwahl im Irak Al-Sadr auf Partnersuche

Bagdad. Nach seinem überraschenden Sieg bei der Parlamentswahl im Irak setzt der schiitische Geistliche Muktada al-Sadr für die Regierungsbildung auf einen breiten Ansatz. Der Prediger traf die Anführer der zweit- und drittstärksten Liste, Hadi al-Amiri und Ministerpräsident Haidar al-Abadi, am Wochenende zu Gesprächen über die neue Führung des ethnisch-konfessionell geteilten Landes. "Unser Treffen mit Al-Abadi ist eine Botschaft der Bestätigung, dass die neue Regierung eine inklusive sein wird - ohne Marginalisierung oder Diskriminierung von irgendjemandem", sagte Al-Sadr nach einem Treffen mit dem Regierungschef in Bagdad.

Muktada al-Sadr. Bild: Karim Kadim/dpa
von Agentur DPAProfil

Al-Sadrs Liste Sairun (Wir marschieren) wird nach Angaben der Wahlkommission 54 der 329 Sitze im Parlament erhalten. Auf Platz zwei folgt das Bündnis des Politikers Al-Amiri, das den schiitischen Milizen nahesteht und enge Beziehungen zum benachbarten Iran hat (47 Mandate). Lediglich auf Platz drei kam Al -Abadi mit seiner Liste (42 Sitze).

Wenn die Ergebnisse nach Überprüfung von Beschwerden einiger Kandidaten über Wahlbetrug bestätigt sind, wird das Parlament seinen Präsidenten wählen, dann den Präsidenten für das Land. Im Irak soll der Präsident ein Kurde, der Parlamentspräsident ein Sunnit und der Ministerpräsident ein Schiit sein. Es waren die ersten Wahlen, nachdem das Land im vergangenen Jahr seinen Sieg über die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) erklärt hatte. Der 44 Jahre alte Al-Sadr gilt als kontroverse Figur. Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein 2003 bekämpfte seine Mahdi-Armee die US-Truppen. In den vergangenen Jahren wandelte er sich zu einem der schärfsten Kritiker des politischen Establishments in Bagdad.

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