Allerhöchste Eisenbahn für politische Weichenstellungen

Angesichts der vernichtenden Analyse des Bundesrechnungshofes braucht die Bahn neue Strategien. Als starke Säule im Öffentlichen Personennahverkehr und als Hauptschlagader des Güterverkehrs hätte sie Perspektiven, meint Tobias Schwarzmeier

Trotz Negativentwicklung: Die Deutsche Bahn hat als umweltfreundlicheres Verkehrsmittel gute Zukunftschancen.
von Tobias Schwarzmeier Kontakt Profil
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Wenn der Vater erzählt, dass er früher von Neustadt aus mit der Bahn zur Flosser Kirwa gefahren ist, kommt Nostalgie auf. Denn das geht schon lange nicht mehr. Kleine Bahnhöfe wurden geschlossen, Gleise rückgebaut. Reduzierung statt Expansion, Setzen auf Kernstrecken statt auf flächendeckende Erreichbarkeit der Zielorte.

Nun zeigt der Bundesrechnungshof einen fatalen finanziellen Negativtrend der Deutschen Bahn auf. Das Image dagegen verbessert sich wieder etwas. Selten schien trotz viel berechtigter Kritik die generelle Akzeptanz der Bahn größer, die Perspektive chancenreicher: Als umweltfreundlichere Fortbewegungsart ist sie ein potenzieller Gewinner der Klimadiskussion.

Um das auch faktisch zu werden, braucht es aber mehr als Schema-F-Rufe zum Konzernumbau oder Verkauf von Bahn-Töchtern. Der größte Staatskonzern leidet chronisch unter einer fehlenden Verkehrsstrategie.

Die Scheuers, Dobrindts, Ramsauers und ihre SPD-Vorgänger haben es verpasst, in Struktur und Fläche zu investieren, Bahnfahren alltagstauglicher zu machen oder Güterverkehr auf die Schiene zu bringen: Spielräume für Bahn und Kunden würden wachsen, weniger Lkw-Verkehr würde dem Klima in mehrfacher Hinsicht guttun. Damit eine Kehrtwende - nicht nur der Bahn - gelingt, sollte sie in Scheuers Klimapaket eine zentrale Rolle spielen.

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