29.08.2019 - 17:30 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

7. Amberger Kunstsymposium: Von Freimut und sterbendem Blau

Die Künstler des 7. Amberger Kunstsymposiums sind mittendrin im Wortspiel, im Einklang mit der Umgebung und nah am Puls der Zeit: "unverblümt und blümerant".

Im Einklang mit ihrer Umwelt: Michaela Peter, Hanna-Regina Uber und Marion Mack stellen das 7. Amberger Kunstsymposium vor. "unverblümt und blümerant" soll alle Sinne fördern und bleibenden Eindruck hinterlassen.

In Zeiten des offenen Voyeurismus, der schamlosen Gaffer und der steigenden Informationswelle offenbaren sich dem unmoralischen Trend entgegenwirkend 17 Künstler mit hohem Niveau und Intellekt. Greta hier, der brennende Amazonas dort - ob Klima oder Umwelt in all ihren Bedeutungen des Wortes, empfinden es die Macher des Kunstsymposiums in Verbindung mit negativen Schlagzeilen und das Nicht-Handeln als blümerant - obgleich die französische Herkunft des Adjektivs nicht ein Blümchen umschreibt, sondern "sterbendes Blau" (bleu mourant). "Das Innere wird wund, die Leichtigkeit geht verloren", sagt Michaela Peter nüchtern. Ganz direkt, ergo unverblümt, wollen sie gemeinsam ein großes Werk schaffen, entstehend aus vielen kleinen Projekten.

Es muss nicht immer politisch sein, so die Haltung der Glaskünstlerin Marion Mack. Das Mikro und das Makro wahrnehmen, den Blick schärfen - das ist ihre Intention. Hierfür würde sie gerne ein kleines Haus, bestehend aus Balken, für sich beanspruchen. Mack möchte außerdem versuchen, ohne Strom zu arbeiten. Zwei alte Flöße mit Steuerrad, ein Strandkorb oder einfach das hohe Gras und seine Wildblumenpracht - alle Objekte, die sich auf dem Grundstück befinden, sollen in die Kunst mit eingearbeitet werden. Dabei entpuppt sich die Vielfalt der Kunstschaffenden in ihren Metiers: Musik und Technik, farbig oder unbunt, von Ton bis Metall, Malerei und Skulptur. Werkzeuge wie Kettensägen und Hammer kommen zum Einsatz. Es ist von Film und Installation die Rede und einem interaktiven Werk von Kurt Etzold. Aus Paulsdorf und Aschach kommen Michaela Peter und Hanna-Regina Uber angeradelt. Austausch, Ideensammlung und Zusammenfügen in einem Miteinander werden zu einem spannenden Ergebnis führen und hat für den neugierigen Passanten und Voyeur durch und durch positive Folgen.

Weil auch Heini Hohl sein Atelier, das gelbe Haus umringt von Wasser gegenüber dem TV am Schanzl, von 31. August bis 7. September öffnet, bietet sich ein Rundgang zum Symposium in der Umweltwerkstatt an. Beim Abschlussfest am Samstag, 7. September, werden die Werke um 19.30 Uhr vorgestellt.

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