03.09.2019 - 18:09 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

7. Amberger Kunstsymposium: Plakatfetzen und Schaltpläne

Treffen sich 17 Künstler sieben Tage um an einem Ort ihre Umwelt aufzurütteln: Das 7. Amberger Kunstsymposium ermöglicht es, den Weg des Schaffens zu beobachten und gleichzeitig die Ruhe vor dem Sturm zu erleben.

Ein schöner Ort, ein ruhiger natürlicher Platz ist der Grund und Boden der Umweltwerkstatt. Etwas Vils-Geruch und der Duft von Wiese und Blumen ziehen mit dem Wind. Die Künstler sind gelassen, fröhlich gesinnt und gleichzeitig arbeiten sie konzentriert. Während Marion Mack Glasscheiben graviert, biegt Kurt Etzold seine Kunststoffsammelstelle zurecht. Aus der Werkstatt ertönen Klangexperimente von Michael Dandorfer und Leif Wiesmeth.

Unverkennbar ist der Arbeitsplatz von Michaela Peter: Ein Behälter mit Leim und ein wortwörtlicher Haufen von Plakatfetzen, die sie zu einer Collage verarbeiten wird. In der rechten Ecke arbeitet der linksorientierte Stefan Stock an einer unmöglichen Maschine mit Zufallsgenerator. Schaltpläne zeichnet der Ingenieur. Und das Resultat, was soll die Maschine können? "Es wird dem Benutzer in die Nase steigen - kommt auf die gedrückte Knopf-Kombination an", erklärt er schmunzelnd. Dem Motto entsprechend werden Reaktionen auf dieses Erlebnis unverblümt oder auch blümerant sein.

Marcus Trepesch widmet sich einer blauen Atomexplosion. Ein Wortspiel aus "sterbendes Blau" (bleu mourant) und Pollen für "polution" in Malerei umgesetzt. Kulturpreisträgerin Katharina Claudia Dobner färbt quadratische Stoffstücke blau ein und entfädelt Garne unterschiedlicher Nuancen. Der begnadetete Zeichner aus der Schweiz mit Wahlheimat Berlin, Christoph N. Fuhrer, illustriert blümerante Blumen. Seine Werkzeuge markieren den Arbeitsplatz ordentlich und sauber an Holzbalken positioniert. Ein beschrifteter Fön sticht heraus.

Es lohnt sich also, sich noch bis 7. September in der Umweltwerkstatt hinter dem Interkulturellen Garten inspirieren zu lassen - ganz unverblümt und weniger blümerant.

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