Die Hörner funkelten und blitzten und spiegelten ein wahres Lichterspiel in die Gesichter im Publikum. Kaum setzten die Hornisten von "german hornsound" ihre Lippen an ihr Instrument herrschte gefühlt wahrer Frieden – zumindest in der Seele der Zuhörer. Das war es wohl, was der Komponist und Kritiker Robert Schumann meinte. Dieser Friede kommt aber nicht von der Reinheit des Werkzeugs. Einst nur im Gebrauch für die Jagd, war es Joseph Hampel, der eine spezielle Technik entwickelte. Damals ohne Ventil, hatte das Horn nur eine Naturtonreihe: erst Oktave, Quinte, Quarte, große Terz und kleine Terz und immer kleinere Intervalle nach oben.
Hampel erkannte, wenn eine Hand in den Schalltrichter gesteckt wird, dass der Klang einen Halbton tiefer wird. Trotz der Stopftechnik ist das Horn noch heute oft der beste Freund und der schlimmste Feind eines Musikers. Ein fünfter Oberton kann zu hoch sein, ein siebter zu tief - und wenn dieser nach oben verschoben wird, verändert der Hornist demnach andere Töne. Auch Kiekser lösen Schweißausbrüche aus. Aber von all diesen Problemen und Schwierigkeiten war am Samstagabend nichts zu spüren.
Die vier Freunde fanden mit ihrer sehr untypischen Kammermusikbesetzung eine Nische, die sie äußerst erfolgreich macht. Der Auslöser für die Gründung von "german hornsound" war Schumanns Konzertstück für vier Hörner und Orchester – ein Paradestück für ein Hornquartett. Die musikalischen Profis begannen ein Repertoire zu entwickeln, um auch große Literatur nach Bearbeitung auf die Bühne zu bringen. Eine enorme Herausforderung, denn nicht alle Stücke, die im Kopf gut klingen, sind technisch auf das Horn übertragbar.
Stephan Schöttstädt, Timo Steininger, Sebastian Schorr und Christoph Eß gründeten ihr Quartett vor zehn Jahren und genießen internationales Ansehen. Die scheinbare Leichtigkeit ihres Spiels lässt die Töne hell und sehr schillernd erklingen. Kräftig, obgleich sie nicht die Schärfe einer im hohen Register gespielten Trompete besitzen.
Jeder der vier Virtuosen wählte für das Programm mit zeitgenössischem Namen #hornlikes seine Lieblingsstücke. Unterteilt in #sebilikes, #stephanlikes, #christophlikes und #timolikes. Das Finale nennen sie #yourlikes: ein Wunschkonzert, das auch das Publikum mit einbezieht. Choräle von Anton Bruckner oder das Offertorio aus Verdis „Messa da Requiem“ liegen dabei idiomatisch wie stilistisch nahe.
Höchst wohltuend und überraschend funktionieren das Allegro aus Bachs zweitem „Brandenburgischen Konzert“ und sogar die berühmte Händel-Arie „Lascia ch’io pianga“. Ein größtmögliches Bravo und stehende Ovation für die Schärfung der Sinneswahrnehmung, das sympathische Auftreten und vor allem ein Konzert der Perfektion. Fazit: "We don't just like german hornsound. We love it."













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