29.08.2018 - 13:36 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Fliegende Gärtner und "Asphaltgorillas"

Elmar Wepper ist wieder einmal im Kino zu sehen. In "Grüner wird's nicht" spielt er einen Gärtner mit dem Hobby Fliegen. Außerdem laufen der neue Detlev-Buck-Film "Asphaltgorillas" und das Drama "Kindeswohl" an. Die Neustarts im Überblick.

Sunnyi Melles als Evelyn von Zeydlitz und Elmar Wepper als Schorsch Kempter in "Grüner wird·s nicht".
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

"Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog": Seine Gärtnerei steht vor dem Ruin, und seinem Hobby Fliegen könnten Schulden bald auch ein jähes Ende setzen - da steigt Schorsch Kemptner einfach in den roten Doppeldecker und zischt ab. Auf seinem Weg Richtung Norden trifft der Gärtner Menschen, die sein Leben in eine neue Bahn lenken, die ihn verändern. Alles voran Philomena von Zeydlitz - ein Teenagermädchen, das sich so gar nicht an die Sitten und Bräuche in ihrem noblen Elternhaus anpassen will. Zwischen ihr und Kemptner entwickelt sich in dem Film "Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon" eine Freundschaft, die beiden gut tut.

(Regie: Florian Gallenberger - Mit Elmar Wepper, Emma Bading und Dagmar Manzel - 114 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog"

"Bad Spies": Aubrey (Mila Kunis) und Morgan (Kate McKinnon) sind beste Freundinnen und wohnen zusammen. Aubrey wird von ihrem Freund verlassen - und es stellt sich heraus, dass sie sich jahrelang in dem Mann getäuscht hat. Er war nicht wie gedacht der Produzent eines öffentlich-rechtlichen Jazz-Podcasts, sondern (Überraschung!) ein Geheimagent, der in der Wohnung der beiden eine Filmpreis-Statue mit geheimem Inhalt deponiert hat. Nach einigen flotten Verwicklungen zu Beginn brechen die beiden Freundinnen schließlich nach Europa auf, um dort die Statue an den rechtmäßigen Besitzer zu bringen. Erzählt ist es als Mischung aus Actionfilm, Komödie und Agententhriller. In einer Hauptrolle begeistert die alles überstrahlende Kate McKinnon ("Ghostbusters").

(Regie: Susanna Fogel - Mit Kate McKinnon, Mila Kunis, Justin Theroux, Sam Heughan und Gillian Anderson - 116 Minuten - frei ab 16 Jahren) (dpa)

Trailer "Bad Spies"

"Asphaltgorillas": Der Kleindealer Atris (Samuel Schneider) hat längst keine Lust mehr, nur Handlanger von Gangsterboss El Keitar (Kida Khodr Ramadan) zu sein. Da kommt ihm sein alter Kumpel Frank (Jannis Niewöhner) und ein dubioser Dael mit Falschgeld aus Asien gerade recht. Aber die Nummer ist viel zu groß für die beiden halbstarken Grünschnäbel aus Kreuzberg. Zudem hat sich Atris gerade in die attraktive Ladendiebin Marie (Ella Rumpf, "Tiger Girl") verliebt. Die Lage eskaliert, auch weil Großmaul Frank viel zu schnell die Nerven verliert. Regisseur Detlev Buck ("Bibi und Tina", "Die Vermessung der Welt") legt mit "Asphaltgorillas" eine neonbunte Krimigroteske vor, in der es weniger auf den konfusen Plot ankommt als auf irrwitzige Wendungen und coole Sprüche. Das Drehbuch basiert auf Motiven von Ferdinand von Schirachs Erzählung "Der Schlüssel".

(Regie: Detlev Buck - Mit Samuel Schneider, Jannis Niewöhner und Ella Rumpf - 103 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Asphaltgorillas"

"Safari - Match me if you can": Lange unterdrückte Begierden werden ausgelebt, Versager im Bett holen sich Bestätigung, mit Lug und Trug schafft man sich eine neue Identität: Flirten und Daten im Online-Zeitalter ist ziemlich klischeebehaftet - und damit idealer Stoff für eine Komödie. "Safari - Match me if you can" erzählt von acht unterschiedlichen Charakteren, deren Wege sich kreuzen. Da trifft der Möchtegern-Pilot auf das Social-Media-Sternchen, die frustrierte Mutter auf einen 24-Jährigen, der endlich seine Jungfräulichkeit loswerden will. Meist ist das initiiert über eine App. Mit lustigen Details gespickt und manchmal recht derben Dialogen ist so ein humorvoller Film entstanden.

(Regie: Rudi Gaul - Mit Justus von Dohnányi, Elisa Schlott, Sunnyi Melles, Max Mauff und Juliane Köhler - 109 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Safari"

"Kindeswohl": Adam ist 17 und schwer krank. Sein Glaube verbietet ihm die lebensrettende Bluttransfusion. Deshalb muss nun das Gericht entscheiden, ob der Minderjährige zu der Behandlung gezwungen werden kann. Das Drama "Kindeswohl" beruht auf dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan. Die britische Oscarpreisträgerin Emma Thompson spielt die Familienrichterin, die die Transfusion anordnet. Sie ist der Meinung, der Fall sei damit gelöst. Doch der 17-Jährige ist anderer Ansicht. Er hat nach der Behandlung mit seinen Eltern und den Zeugen Jehovas gebrochen - völlig auf sich allein gestellt hadert er bald mit seinem Schicksal und will, dass Fiona ihm hilft. Die Richterin weist Adam brüsk zurück. Doch der 17-Jährige lässt nicht locker. Schließlich hat die Juristin in seinen Augen mit ihrem Urteil Verantwortung für sein Leben übernommen. Kann sie ihn da einfach so hängen lassen?

(Regie: Richard Eyre - Mit Emma Thompson, Stanley Tucci und Fionn Whitehead - 105 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Kindeswohl"

"Käpt'n Sharky": Millionen von Kindern kennen den kleinen, rundlichen Piraten Käpt'n Sharky aus etlichen Büchern und Hörspielen: Jetzt kommt der freche Pirat mit seiner Crew - dem pflichtbewussten Matrosen Ratte, dem frechen Affen Fips und dem Papagei Coco - zum ersten Mal auf die große Kinoleinwand. In "Käpt'n Sharky" erlebt der kleine Pirat (Anton Petzold) zusammen mit dem Jungen Michi und dem Mädchen Bonnie (Jule Hermann) ein aufregendes Abenteuer. Gemeinsam müssen sie nicht nur vor den Soldaten, sondern auch vor dem bösen Piraten Bill (Axel Prahl) fliehen. Der kurzweilige Animationsfilm von Jan Stoltz und Hubert Weiland ("Der kleine Drache Kokosnuss") dürfte vor allem die ganz kleinen Kinozuschauer begeistern.

(Regie: Jan Stoltz und Hubert Weiland - 73 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Käpt'n Sharky"

"Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse": Just erst konnte der legendäre Filmproduzent Artur "Atze" Brauner seinen 100. Geburtstag begehen. Nun kommt ein, einst von Brauner produzierter Nachkriegsfilm erneut in die Kinos: "Die 1000 Augen des Dr. Mabuse", ehedem entstanden unter der Regie von Fritz Lang ("M - Eine Stadt sucht einen Mörder"), feierten 1960 ihre Premiere in Stuttgart. Da passt es, dass diese neue Version des Films vom Komiker Dominik Kuhn ("Laibl und Frisch: Do goht dr Doig") auf Schwäbisch nachsynchronisiert und mit einem neuen Titel versehen wurde: "Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse". Die Schauspieler aber

von früher, sie sind nun alle wieder zu sehen: Gert Fröbe, Wolfgang Preiss, Peter van Eyck.

(Regie: Fritz Lang und Dominik Kuhn - Mit Gert Fröbe, Peter van Eyck und Wolfgang Preiss - 89 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Die 1000 Glotzböbbel vom Dr. Mabuse"

"Donbass": Bei den diesjährigen Filmfestspielen im französischen Cannes durfte der Film von Regisseur Sergei Loznitsa ("Die Sanfte") die wichtige Nebensektion "Un certain regard" eröffnen. Prämiert schließlich wurde das satirische Drama des 2001 mit seiner Familie nach Deutschland immigrierten, ukrainischen Filmemachers mit dem Sektions-Preis für die beste Regie. In "Donbass", seinem vierten Spielfilm, nimmt uns Loznitsa mit in die Ostukraine. Im Donbass kommt es seit 2014 zu gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen pro-russischen Separatisten und ukrainischen Regierungs-Truppen. In 13 Episoden erzählt uns der Regisseur von einer zerrissenen, einer chaotischen, einer von Korruption geprägten Region.

(Regie: Sergei Loznitsa - Mit Thorsten Merten, Valeriu Andriuta und Tamara Yatsenko - 121 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Donbass"

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