17.04.2020 - 17:11 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Gericht: Ausraster endet in Psychiatrie

Ein 21-Jähriger musste sich vor dem Landgericht Amberg wegen einer Messerattacke verantworten.

Weil er dem Lebensgefährten seiner Schwester ein Messer in den Rücken rammte, stand ein 21-Jähriger vor Gericht.
von Autor HWOProfil

Das Landgericht Amberg hat einen 21-Jährigen aus Sulzbach-Rosenberg nach einer Messerattacke in die geschlossene Psychiatrie geschickt. Der junge Mann hatte im Herbst letzten Jahres im Haus seiner Mutter zunehmend Aggressivitäten entwickelt. Daraufhin suchten seine Schwester (20) und deren Lebensgefährte (22) das Gespräch mit ihm und rieten: "Nimm Hilfe in Anspruch".

21-Jähriger rastet aus

Kurz danach rastete der 21-Jährige aus. Er zog ein Klappmesser und rammte dessen Klinge in den Rücken des ein Jahr älteren Freunds seiner Schwester. Der Mann erlitt eine schwere Lungenverletzung und musste notoperiert werden. Vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Ambergs stellte sich nun die Frage, was mit dem an einer schizophrenen Störung leidenden Täter geschehen sollte. Vor Gericht wurde schnell klar, dass der 21-Jährige nicht wieder im Haus seiner Mutter untergebracht werden konnte. Die Richter hörten zwei psychiatrische Fachärzte und kamen zu der Auffassung, dass der 21-Jährige zunächst in der Forensik des Regensburger Bezirkskrankenhauses bleiben muss. Dort befindet er sich seit seiner Festnahme.

In weiteren Behandlungsschritten muss nun geklärt werden, ob sich für den 21-Jährigen eine Chance ergibt, die Psychiatrie verlassen zu können. Die Bluttat, für die man den 21-Jährigen wegen seiner Krankheit nicht strafrechtlich verantwortlich machen konnte, wurde als gefährliche Körperverletzung eingestuft. Zunächst war von einem Totschlagsversuch ausgegangen worden.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.