19.09.2018 - 15:53 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Mehr als nur "gute Schwingungen"

Anne Dreiss und Joachim Krieg zeigen im Amberger Kulturstift die Ausstellung "Good Vibrations"

Das Künstlerpaar Anne Dreiss und Joachim Krieg präsentiert im Kulturstift in Amberg seine Werkschau mit Fotokunst, Grafik und Malerei. Zu sehen sind neue Arbeiten aus ihrem Atelier in Berlin und manches mehr.
von Karin HegenProfil

Trainiert durch unzählige Führungen zu Ausstellungen im ACC und seinem Beruf als Lehrer eröffnet Joachim Krieg "frei von der Leber weg" mit seiner Partnerin Anne Dreiss die Vernissage "Good Vibrations" am Samstag im Kulturstift. Der Titel lässt sich mit "Gute Schwingungen" übersetzen und wurde vor allem im Hinblick auf ihre Beziehung gewählt.

Beide Künstler hat es beruflich bedingt aus Amberg nach Berlin verschlagen. Er arbeitet dort am Goethe-Gymnasium in Wilmersdorf - "von Reger zu Goethe" wie Anne lachend bemerkt - und dort wohnen sie nun. Über ihre neue Anstellung erzählt sie freimütig, dass sie mit Kindern arbeitet, die nicht gerade einfach sind und sie nun eine lange Fahrzeit hat - eine Stunde hin und eine zurück. Dabei schwingt im Gespräch leise Wehmut mit.

In ihrem dortigen Atelier haben sie sich durch die neue Umgebung inspirieren lassen, um Neues für ihre aktuelle Ausstellung zu schaffen. Ob es nun feine fotografische Aufnahmen von einer Licht-Klang-Installation in unmittelbarer Nachbarschaft sind, oder die grafische Zusammensetzung eines außergewöhnlichen Gullideckels der Hauptstadt - ihren Objekten haften gute Schwingungen an, die der Betrachter nicht lange suchen muss. Klangwellen, Wasserwellen oder Gläser, die man vibrieren lassen kann, sind in verschiedenen Techniken dargestellt.

Wobei Joachim Krieg schmunzelnd anmerkt, dass vielleicht der massive Bierkrug erst nach mehrmaligem Leeren etwas anderes in Schwung versetzt. Am besten stellt man sich dann nicht gerade das bevorstehende Oktoberfest vor.

Die zum Teil kleinformatigen, zarten Fotografien oder Drucke in schwarz-weiß harmonieren mit den großen, plakativen Grafiken in kräftigen Farben. Diese unterschiedlichen Arbeiten der beiden Künstler ergänzen sich oder heben sich gegenseitig hervor. Wie ein nostalgischer Wink tauchen an den Wänden vergrößerte Musikkassetten auf, die abgelichtet und dann durch einen erhöhten Untergrund wieder zu einem Ding geworden sind. Mit den jeweiligen Beschriftungen geben die beiden Künstler einen persönlichen Blick in ihre Jugend. Das ist das Thema der Ausstellung, denn zwischen ihnen herrscht eine Schwingung, die sie beide seit ihrem gemeinsamen Kunststudium in Braunschweig spüren und das Publikum ganz sicher an diesem Abend.

Die Ausstellung im Amberger Kulturstift (Neustift 47) geht bis 2. Oktober und ist Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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