13.09.2018 - 16:55 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Prominent besetzter Buchclub und außerirdische Wesen

Ein ganz besonderer Lesekreis, ein Actionkracher mit Mark Wahlberg, die Verfilmung von "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" und ein "Upgrade" von "Predator". Für Abwechslung im Kino ist gesorgt. Die Neustarts im Überblick.

Diane Keaton als Diane, Candice Bergen als Sharon, Jane Fonda als Vivian und Mary Steenburgen als Carol (von links) spielen im Film "Book Club - Das Beste kommt noch" Seite an Seite.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

"Book Club": Vier beste Freundinnen gehen in "Book Club - das Beste kommt noch" auf die Suche nach neuen Kicks für ihr Liebesleben: Jane Fonda spielt Vivian, eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die am liebsten Beziehungen ohne allzuviel Verbindlichkeit eingeht. Diane Keaton übernimmt die Rolle von Diane, nach 40 Jahren Ehe frisch geschieden, dementsprechend etwas orientierungslos. Candice Bergens Sharon dagegen hat die Scheidung schon einige Jahrzehnte hinter sich, ohne je wirklich darüber hinweggekommen zu sein und Mary Steenburgen als Carol erlebt nach 35 Jahren Ehe ein schweres Tief. In ihrem Lesekreis beschließen sie, die SM-Romanze "50 Shades of Grey" zu diskutieren und schnell ermöglicht das Buch einen neuen Blick auf die eigenen Liebschaften. Fazit: Ein leichtfüßiger Film mit viel Weißwein und edlen Häusern der Oberschicht Kaliforniens. Die herausragenden Darstellerinnen helfen dem US-Überraschungshit dabei über manche Drehbuch-Müdigkeit hinweg.

(Regie: Bill Holderman - Mit Jane Fonda, Diane Keaton, Mary Steenburgen und Candice Bergen - 104 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Book Club"

"Mile 22": Der Auftrag klingt simpel. Eine Eskorte für einen Informanten in Asien. 22 Meilen weit, von der amerikanischen Botschaft bis zum Flughafen. Aber als Super-Agent James Silva sich auf den Weg macht, merkt er schnell, dass die Sache heikel wird. Denn der Mann, den er schützen soll, besitzt Kenntnisse über einen geplanten Anschlag auf die USA - und wird nun von den Terroristen gejagt. "Mile 22" mit Hollywoodstar Mark Wahlberg ist ein brutal-rasanter Actionthriller. 90 Minuten lang fliegen Gewehrkugeln, explodieren Granaten, spritzt Blut. Regie führte Peter Berg. Es ist nach "Lone Survivor", "Deepwater Horizon" und "Patriots Day" schon Bergs vierter Film mit Wahlberg.

(Regie: Peter Berg - Mit Mark Wahlberg, John Malkovich, Lauren Cohan, Iko Uwais und Ronda Rousey - 94 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "Mile 22"

"Predator - Upgrade": Vor 31 Jahren kam ein Action-Film in die Kinos, der zunächst bei der Kritik nicht nur auf Gegenliebe stieß, heute aber als einer der legendärsten Streifen des Genres gilt. Ein Film, der zudem knapp 100 Millionen US-Dollar einspielen konnte. Und das bei einem geschätzten Budget von kaum mehr als 15 Millionen. Der unter anderem mit der Action-Ikone Arnold Schwarzenegger besetzte "Predator" rund um ein außerirdisches Monsterwesen war so erfolgreich, dass mehrere Nachfolger lanciert wurden, darunter etwa "Predators" aus dem Jahr 2010. Nun findet eine weitere Forterzählung der Saga ihren Weg in die Kinos: Regisseur Shane Black ("Iron Man 3") berichtet von der Rückkehr der extraterrestrischen Killer.

(Regie: Shane Black - Mit Boyd Holbrook, Trevante Rhodes und Jacob Tremblay - 107 Minuten - frei ab 16 Jahren) (dpa)

Trailer "Predator - Upgrade"

"KIN": Ihr Kurzfilm "Bag Man" war auf dem SXSW-Festival für den Grand Jury Prize nominiert. Vier Jahre später bringen die Brüder Josh und Jonathan Baker die Geschichte um einen schwarzen Jungen, der eine Superwaffe findet, als Langfilm in die Kinos: Der adoptierte Eli (Myles Truitt) und sein aus dem Gefängnis entlassener Bruder reisen auf der Flucht vor dem üblen Gangster Taylor (James Franco) durchs ländliche Amerika. Auf ihrer Reise lernen sie nicht nur die toughe Streunerin Milly (Zoë Krevitz) kennen, sondern auch sich selbst als Familie. Als Gaststar in der Rolle des mürrischen Vaters: Dennis Quaid.

(Regie: Josh und Jonathan Baker - Mit James Franco, Jack Reynor und Zoë Krevitz - 102 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "KIN"

"Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm": Vor 90 Jahren am 31. August 1928 wurde "Die Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht uraufgeführt. Ein Riesenerfolg bis heute, nicht zuletzt wegen der berühmten Musik von Kurt Weill, allen voran die Moritat von Mackie Messer: "Und der Haifisch, der hat Zähne". Auch die damals aufstrebende Filmindustrie interessierte sich für die Geschichte über den Kampf zwischen einem Bettlerkönig und einem Gangster. Doch die Kinopläne endeten mit einem Eklat. Während Brecht ein politischer Film vorschwebte, wollten die Produzenten mit fröhlicher Unterhaltung Kasse machen. Joachim A. Lang, viele Jahre Leiter des Brecht-Festivals in Augsburg, hat die turbulenten Ereignisse von damals nun verfilmt. In "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm" spielt Lars Eidinger den Dramatiker. In weiteren Rollen sind Robert Stadlober, Tobias Moretti, Hannah Herzsprung und Claudia Michelsen zu sehen.

(Regie: Joachim A. Lang - Mit Lars Eidinger, Robert Stadlober und Hannah Herzsprung - 130 Minuten - frei ab 6 Jahren) (dpa)

Trailer "Mackie Messer - Brechts Dreigroschenfilm"

"Pettersson und Findus 3": Tag und Nacht hüpft Findus auf seiner neuen Matratze herum, der genervte Petterson möchte dagegen seine Ruhe haben. Lösung des Problems: ein eigenes Spiel- und Hopshaus für den Kater, das sein väterlicher Freund ihm aus einer alten Klohütte baut. Findus findet Gefallen an seiner Selbstständigkeit - und zieht gleich ganz in sein neues Domizil. Darüber ist sein Herr nun wieder sehr traurig. Themen des dritten Films der beliebten "Petterson und Findus"-Trilogie nach den Kinderbuch-Weltbestsellern von Sven Nordqvist sind Erwachsenwerden, Abnabelung und Loslassen Können. Erneut unter der Regie von Ali Samadi Ahadi gibt es dabei ein Wiedersehen mit den Stars Stefan Kurt, Marianne Sägebrecht und Max Herbrechter.

(Regie: Ali Samadi Ahadi - Mit Stefan Kurt, Marianne Sägebrecht und Max Herbrechter - 78 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Pettersson und Findus 3"

"Eingeimpft": Kurz nach der Geburt seiner ersten Tochter sieht sich Filmemacher David Sieveking wie viele Eltern mit einer wichtigen Frage konfrontiert: Soll man seine Kinder impfen oder nicht? Vor allem Mutter Jessica zweifelt an der Notwendigkeit und schickt ihren Partner auf Recherchereise. Sieveking trifft Kinderärzte, Impfstoffhersteller oder Forscher und versucht in autobiographischer Manier, Vor- und Nachteile zu des Impfens ergründen. Das Thema gewinnt an Dringlichkeit, als in der Nachbarschaft Masern ausbrechen und das zweite Kind der Kleinfamilie unterwegs ist.

(Regie: David Sieveking - 95 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Eingeimpft"

"Glücklich wie Lazzaro": Dieser Film beruht auf einer wahren Begebenheit: Eine Gräfin hielt ihre Angestellten einer extrem isoliert liegenden Tabakplantage noch in den 80er Jahren wie Sklaven. Dies nimmt die Italienerin Alice Rohrwacher als Ausgangsidee für "Glücklich wie Lazzaro". Im Mittelpunkt steht dabei Lazzaro, der mit mehreren anderen Familien abgeschottet irgendwo in den Bergen lebt und für eine reiche Dame arbeitet. Das Werk ist wie ein Märchen erzählt. "Glücklich wie Lazzaro" ist der dritte Spielfilm von Alice Rohrwacher; eine der Hauptrollen besetzte sie mit ihrer Schwester Alba.

(Regie: Alice Rohrwacher - MitAdriano Tardiolo, Alba Rohrwacher und Tommaso Ragno - 129 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Glücklich wie Lazzaro"

"Styx": Dieser Film gehörte zu den meistbeachteten unter den deutschen Beiträgen der diesjährigen Berlinale. So wurde "Styx" bei den Filmfestspielen nicht nur mit dem Heiner-Carow-Preis der Defa-Stiftung bedacht, das von Wolfgang Fischer inszenierte Hochsee-Drama erhielt auch den Preis Label Europa Cinema und den Preis der Ökumenischen Jury der Sektion Panorama. In seinem zweiten Langfilm erzählt Regisseur Fischer ("Was du nicht siehst") von einer Frau um die 40, die in Köln als Rettungsärztin arbeitet. Und die von Gibraltar aus mit einer Yacht in See sticht: Rikes Ziel ist die Insel Ascension Island. Der Urlaubstörn aber findet ein jähes Ende, als Rike auf ein beschädigtes Flüchtlingsboot trifft.

(Regie: Wolfgang Fischer - Mit Susanne Wolff, Felicity Babao und Gedion Oduor Wekesa - 94 Minuten - FSK noch nicht vergeben) (dpa)

Trailer "Styx"

"Leave No Trace": "Winter's Bone" (2010) von Debra Granik war nicht nur für mehrere Oscars nominiert. Mittels der US-Sozialstudie konnte sich auch die damals kaum, heute indes weltbekannte Aktrice Jennifer Lawrence nachhaltig ins Gedächtnis vieler Kinobesucher einschreiben. Jetzt lanciert Granik erneut ein Drama, in dem es um am Rande der Gesellschaft lebende Amerikaner geht. Im Fokus von "Leave No Trace" stehen ein Vater und seine dreizehnjährige Tochter (Nachwuchs-Schauspielerin Thomasin McKenzie). Lange schon leben Will und Tom in einem Waldgebiet am Rande der nordwest-amerikanischen Stadt Portland. Eines Tages aber werden Vater und Tochter entdeckt. Basierend auf dem Roman "My Abandonment" von Peter Rock.

(Regie: Debra Granik - Mit Ben Foster, Thomasin McKenzie und Dana Millican - 109 Minuten - FSK noch nicht vergeben) (dpa)

Trailer "Leave No Trace"

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.