22.08.2018 - 13:22 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Undercover im Ku-Klux-Klan

Ein neuer Film von Spike Lee ("Do the Right Thing"). Terence Hill kehrt auf die Leinwand zurück. Und eine Hollywood-Komödie mit ausschließlich asiatischen Hauptdarstellern. Die Kino-Neustarts haben einiges zu bieten.

Topher Grace als David Duke in einer Szene des Films "BlacKkKlansman".
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

"BlacKkKlansman": Ein schwarzer Polizist infiltriert eine Gruppe des rassistischen Ku-Klux-Klans - dies ist in den USA Ende der 1970er Jahre tatsächlich passiert. Nun verfilmte Regisseur Spike Lee die Geschichte: "BlacKkKlansman" erzählt von dem afroamerikanischen Polizisten Ron Stallworth, dem es mit Hilfe eines weißen Kollegen gelingt, Zugang zum KKK in Colorado zu bekommen. John Washington, der Sohn von Hollywoodstar Denzel Washington, verkörpert lässig diesen coolen und enigmatischen Cop. An seiner Seite ist Adam Driver, bekannt aus "Star Wars", als Vertrauter bei der Polizei zu sehen. Regisseur Lee prangerte in seinen Werken wie "Malcolm X" immer wieder Rassismus gegenüber Afro-Amerikanern an. Beim Filmfest Cannes wurde die Satire

"BlacKkKlansman" im Mai mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet, der zweitwichtigsten Auszeichnung des Festivals.

(Regie: Spike Lee - Mit John David Washington, Adam Driver und Topher Grace - 136 Minuten - frei ab 12 Jahren) (dpa)

Trailer "BlacKkKlansman"

"Gundermann": Im Schichtsystem sitzt er in einem riesigen Bagger und fordert Kohle. Immer dabei: sein Diktiergerät. Abends hängt der blonde Schlaks sich die Gitarre um und wird zum Rockpoeten. Nebenher will er die DDR und den Sozialismus verbessern. Er übernimmt zugleich eine Aufgabe, die ihn zum Täter macht - was ihm aber selbst erst nach und nach klar wird. Alexander Scheer («Sonnenallee»), selbst in der DDR geboren, schlüpft so in die Rolle des Liedermachers Gerhard Gundermann, dass der Film fast wirkt wie eine Dokumentation. Regie führte Andreas Dresen.

(Regie: Andreas Dresen - Mit Alexander Scheer, Anna Unterberger, Axel Prahl und Milan Peschel - 128 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Gundermann"

"Mein Name ist Somebody": Terence Hill (79) ist zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren wieder in einem Kinofilm zu sehen. Der Titel "Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück" lässt an 70er-Jahre-Western mit vielen klatschenden Ohrfeigen und wilden Raufereien an der Seite von Haudrauf Bud Spencer denken. Doch Hills ewiger dicker Kumpel starb schon 2016. Der einstige Hauptdarsteller von "Vier Fäuste für ein Halleluja" (1971) und "Mein Name ist Nobody" (1973) hat nun eine Newcomerin an seiner Seite: Die 1992 geborene Veronica Bitto spielt das Nervenbündel Lucia. Die junge Frau kreuzt den Weg des stillen Thomas (Terence Hill), der mit seinem Harley-Motorrad in eine spanische Wüste reisen will und eigentlich nur seine Ruhe sucht. Lucia, die immer wieder in neue Schwierigkeiten gerät, geht Thomas schwer auf die Nerven. Und doch könnte der Wildfang eine wichtige Rolle für seinen Seelenfrieden spielen. Hill schrieb auch das Drehbuch und führte Regie.

(Von und mit Terence Hill - 96 Minuten - frei ab 6 Jahren) (dpa)

Trailer "Mein Name ist Somebody"

"Nach dem Urteil": Miriam und Antoine kämpfen um ihre Familie - und zwar gegeneinander. Die Eheleute streiten um das Sorgerecht für ihren elfjährigen Sohn Julien. In den Augen der Richterin verstricken sie sich dabei in Widersprüche. Die Mutter unterstellt dem Vater einen Hang zur Gewalttätigkeit. Der Mann gibt hingegen an, seine Ex-Frau mache falsche Vorwürfe, um seine Kinder gegen ihn aufzustacheln und sich in dem Verfahren Vorteile zu verschaffen. Aussage steht gegen Aussage. Wer lügt hier? Das kann die Richterin unmöglich entscheiden. Sie spricht Antoine zu, seinen Sohn jedes zweite Wochenende sehen zu dürfen. Doch mit jedem Aufeinandertreffen von Vater, Mutter und Sohn verschärft sich der Konflikt. Darunter leidet vor allem Julien. So eskaliert die Situation weiter, bis sich die Gefühle Bahn brechen und ganz klar wird, wer die wahren Opfer in dem Drama sind.

(Regie: Xavier Legrand - Mit Léa Drucker, Denis Ménochet und Thomas Gioria - 90 Minuten - FSK o.A.) (dpa)

Trailer "Nach dem Urteil"

"Crazy Rich": Der deutsche Titel "Crazy Rich" lässt das Wichtigste einfach weg: die Hollywood-Komödie "Crazy Rich Asians" - so der englische Filmtitel - dreht sich um Liebe, Intrigen und Traditionen im asiatischen Kulturkreis. Entsprechend hat Regisseur Jon M. Chu alle Hauptrollen mit Darstellern asiatischer Abstammung besetzt. Das hat in Hollywood Seltenheitswert, umso größer ist nun der Wirbel zum Kinostart der turbulenten Asien-Love-Story in den USA (am 17. August). Die Geschichte dreht sich um die New Yorker Jungprofessorin Rachel Chu, die von ihrem Freund Nick Young ins heimatliche Singapur eingeladen wird. Er hat ihr allerdings verschwiegen, dass er der Sprössling einer der reichsten Familien des Landes ist und als begehrter Junggeselle gilt. Vor allem seine standesbewusste Mutter wünscht eine passende Braut.

(Regie: Jon M. Chu - Mit Constance Wu, Henry Golding und Michelle Yeoh - 121 Minuten - frei ab 6 Jahren) (dpa)

Trailer "Crazy Rich"

"The Domestics": Nach einem furchtbaren Ereignis, bei dem unzählige Menschen ihr Leben haben lassen müssen, befinden sich die Vereinigten Staaten in einem post-apokalyptischen Zustand. Die Überlebenden indes haben sich in Banden und Stämmen zusammengerottet und organisiert, die Namen tragen wie "Nailers" oder "Plowboys". Und es gibt ein junges Ehepaar, verkörpert von den beiden US-Mimen Kate Bosworth ("Still Alice") und Tyler Hoechlin ("Everybody Wants Some!!"), die sich "The Domestics" nennen, und die vor allem ein Ziel verbindet: das nackte Überleben. Nina und Mark tun ihr Bestes, um sich irgendwie durchzuschlagen in einem unwirtlichen, einem gesetzlosen, einem von Gewalt und Hass geprägten Amerika.

(Regie: Mike P. Nelson - Mit Tyler Hoechlin, David Dastmalchian und Kate Bosworth - 95 Minuten - frei ab 16 Jahren) (dpa)

Trailer "The Domestics"

"Lebenszeichen - Jüdischsein in Berlin": Da ist die alte Dame, die den Nazi-Terror in einem dunklen Bunker überlebt hat und in deren Haus heute immer Licht brennt. Oder das Ehepaar, das mehrmals in der Woche das Denkmal am Berliner Bahnhof Friedrichstraße putzt, das an die Deportation von jüdischen Kindern in die Konzentrationslager der Nazis ebenso erinnert wie an die rettenden Kindertransporte nach England. Und da sind die Jugendlichen aus Frankreich, die ihre Gefühle beim Gang durch das Holocaust-Mahnmal beschreiben. In der Doku "Lebenszeichen - Jüdischsein in Berlin" begibt sich Alexa Karolinski in der deutschen Hauptstadt auf die Spuren von jüdischem Leben zwischen Erinnerung und Aufbruch. Der essayistische Film ist der zweite Teil von Karolinskis geplanter Trilogie über jüdische Identität. Im Jahr 2012 hatte die Regisseurin bereits «Oma & Bella» in die Kinos gebracht - das warmherzige Doppelporträt ihrer Großmutter und deren bester Freundin.

(Regie: Alexa Karolinski - 83 Minuten - ohne Altersbeschränkung) (dpa)

Trailer "Lebenszeichen - Jüdischsein in Berlin"

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