09.01.2019 - 15:17 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Warum versinkt nicht auch die Oberpfalz im Schnee?

In den Medien hat man derzeit den Eindruck, als würde man sich in Bayern vor Schnee nicht mehr retten können. Da blickt der Nordoberpfälzer dann doch verwundert aus dem Fenster. Unser Wetterexperte Andy Neumaier erklärt, warum das so ist.

So sieht es in vielen Orten in der Oberpfalz derzeit aus: Schneerestchen hängen in den Straßen und Gärten.
von Andy NeumaierProfil

Filtert man Orte mit weniger als 10 Zentimeter Schnee heraus, dann bleiben mit echtem dicken Weiß nur noch ein paar Ecken übrig. Der Frankenwald, das Fichtelgebirge, der Bayrische Wald und natürlich der Alpenrand. Dort, aber auch nur dort, südlich einer Linie Memmingen-München kann man "eingeschneit" durchaus verwenden. Der Rest ist winterüblich, und abhängig von der Höhenlage. Ab etwa 500 Meter liegen in den östlichen Kreisgebieten von Schwandorf, Neustadt und Tirschenreuth 5 bis 10 Zentimeter, ab 700 Meter am Grenzkamm und im Steinwald 20 bis 35 Zentimeter Schnee. Da ist man mehr gewohnt.

Dass es entlang von Naab und Vils nicht gereicht hat, liegt vor allem an den Temperaturen, die hier meist noch etwas über dem Gefrierpunkt lagen. Außerdem wurde durch die Nordströmung viel Schnee am Thüringer Wald "abgeschneit", und auf der windabgewandten Seite zog sich ein etwas trockenerer Strich über Bayreuth, Amberg und Weiden nach Süden. Da die Windrichtung sich kaum ändert, wird das auch in den kommenden Tagen so bleiben. Die großen Schneemengen branden weiter an die Alpen und dürften sich dort für einige Täler bis zum Wochenende zur Katastrophe entwickeln, wenn nochmal 1 bis 1,5 Meter Neuschnee dazukommen.

In der nördlichen Oberpfalz bleiben die Neuschneemengen weiter übersichtlich, am meisten fällt im Steinwald und Oberpfälzer Wald, sowie auf der Alb oberhalb etwa 500 Meter. Der Frost zieht zwar vorübergehend überall ein, am Freitag naht mit einer oberpfalzweiten Schneefront und vorübergehenden rund 10 Zentimeter Neuschnee schon wieder mildere Luft. Spätestens am Sonntag regnet es wieder bis auf Höhen von 800 Meter, in den Tälern an Naab und Vils sind wir dann schon wieder bei nassen und stürmischen 5 Grad Plus.

Kommende Woche geht's so weiter: Mal Schnee, mal Regen, nasskalt, und nur auf den höchsten Wipfeln der Nordoberpfalz, wie etwa der Silberhütte, bleibt es einigermaßen konstant winterlich.

 

 

 

 

 

 

 

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