15.05.2020 - 19:23 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Weniger Corona-Patienten, mehr Corona-Bürokratie am Amberger Klinikum

Medizinisch sind die Nachrichten aus dem Amberger Klinikum gut. Dafür stellen Auflagen und offene Fragen die Krankenhäuser vor mehr Probleme, etwa bei der Öffnung für Besucher.

Auch im Amberger Klinikum kehrt langsam die Normalität zurück. Diese Rückkehr ist aber durchaus nicht einfach.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Im Klinikum St. Marien hat sich die akute Corona-Lage in den vergangenen 14 Tagen weiter entspannt. Auflagen und Bürokratie stellen Verwaltung, Ärzte und Pflegekräfte dagegen zunehmend vor Probleme. Das bestätigt der Ärztliche Direktor des Hauses, Dr Harald Hollnberger, in seiner Lageeinschätzung zur Corona-Situation für Oberpfalz-Medien.

Die Zahl infizierter Patienten sei sowohl auf Normal- wie Intensivstation weiter rückläufig. Hoch bleibe dagegen der Aufwand für die Abklärung von Covid-Verdachtsfällen. Zeige ein Patient Symptome, muss er annähernd wie ein Covid-Fall behandelt werden, bis ein Testergebnis vorliegt. Positive Ergebnisse werden aber seltener. Auch beim Material entspanne sich die Lage. Nur Schutzkittel sind knapp, der Nachschub bei Masken, Schutzschilden, und Medikamenten sei derzeit gelöst.

Das Signal, dass geöffnet werden soll ist sicher ein wichtiges und richtiges Signal. Der Weg, wie man öffnet, ist für uns aber voller Fragen.

Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor am Klinikum St. Marien.

Harald Hollnberger, Ärztlicher Direktor am Klinikum St. Marien.

Mehr Sorgen bereiten Auflagen für die Rückkehr zur Normalität: "Das Signal, dass geöffnet werden soll, ist sicher ein wichtiges und richtiges Signal. Der Weg, wie man öffnet, ist für uns aber voller Fragen." Hollnberger verweist etwa auf eine Allgemeinverfügung, die vergangenen Samstag veröffentlicht wurde und sofort in Kraft trat. Dabei sorgen die neuen Vorgaben für Schwierigkeiten, die sich nicht sofort lösen lassen. So soll jeder Besucher registriert werden, um ihn informieren zu können, sollte sich ein Corona-Kontakt ergeben haben. Wer das übernimmt, sei unklar.

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Weiden in der Oberpfalz

"Außerdem sollen wir auch Patienten ohne Symptome testen", erklärt Hollnberger. Das befürworte er sehr. "Es ist aber nicht geregelt, wie mit den symptomlosen Patienten umgeht, bis das Testergebnisses vorliegt." Auch die Forderung, Patienten aus Pflege- oder Behinderteneinrichtungen zu isolieren sei enorm aufwendig. "Wir benötigen wesentlich mehr Zimmer, die uns für eine Öffnung fehlen."

Trotz dieser Probleme soll kommende Woche der Klinikbetrieb schrittweise öffnen. Wie, das werde noch kommuniziert. Das betreffe auch die Regel für Besucher. "Wir bitten um Verständnis, dass wir sehr bedacht in kleinen Schritten vorgehen, Patientensicherheit steht im Vordergrund." Außerdem dürfe die Belegschaft durch die Auflagen nicht überlastet werden, die derzeit mit Besuchern verbunden sind.

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