10.12.2018 - 16:12 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Willy Astor: Humor, der direkt vom Erzeuger kommt

Mit dem Programm „Jäger des verlorenen Satzes“ kommt der Komiker und Kabarettist am 12. Dezember ins ACC nach Amberg. Im Interview erzählt er, was ihn mit Harrison Ford verbindet und warum er lieber auf der Bühne als vor der Kamera steht.

Willy Astor erzählt im ACC in Amberg sinnlose Geschichten mit Tiefgang und Bedeutung, singt Liebeslieder und Augenlieder, leicht begleitet auf Gitarre und Piano.
von Holger Stiegler (STG)Profil

ONETZ: Herr Astor, vor über 20 Jahren haben Sie den „Schatz im Silbensee“ gesucht, aktuell sind Sie unterwegs als „Jäger des verlorenen Satzes“: Was haben Sie mit Karl May und Indiana Jones gemeinsam?

Willy Astor: (lacht) Nicht recht viel – außer dass ich Harrison Ford als Schauspieler mag und mich die Filme von Karl May als Kind natürlich in den Bann gezogen haben. Aber ich bin in gewisser Weise auch immer auf der Jagd und auf der Suche nach neuen Dingen und nach neuen Ideen. Das hängt natürlich auch damit zusammen, dass ich meine Texte und Programme selber schreibe – der Humor kommt quasi direkt vom Erzeuger.

ONETZ: Jetzt ist es ja nicht immer leicht, Ihren Wortverdrehungen zu folgen. Wie oft müssen Sie üben, dass Ihnen nicht selbst ein Sprachverdreher passiert?

Willy Astor: Es ist eigentlich mein Job, die Sache gut zu machen. Ich habe fürs aktuelle Programm auch echt komplizierte Texte geschrieben, die muss ich auswendig lernen, weil es meine Arbeit ist. Aber ich will ja auch ein Künstler sein, der Kunst macht, und keine Vollplayback-Show. Und es ist das gute Recht des Publikums, dass ich meine Texte kann. Aber ganz klar: Ich komme als Mensch und nicht als Roboter – und da gibt es auch Versprecher, die ganz lustig sind.

ONETZ: Wie kommen Sie zu Ihren Themen und wie halten Sie diese fest?

Willy Astor: Wenn eine Idee richtig gut ist und man spürt Substanz dahinter, dann hat man ja eigentlich schon gewonnen. Dann sitze ich ein paar Tage an einer Nummer dran und mache auch wirklich nichts anderes. Ich sauge die Themen auf wie sie mir vor die Füße fallen. Ich kann mich nicht hinsetzen, ein weißes Blatt nehmen und sagen: Jetzt schreibe ich etwas Lustiges. Du brauchst einen Kick oder einen Anschub.

ONETZ: Wie „abgebrüht“ sind Sie als Künstler und worüber können Sie lachen?

Willy Astor: Ich habe ehrlich gesagt keine dicke Haut, sonst könnte ich keine guten Lieder mehr schreiben. Man muss schon sehr sensibel bleiben, um bestimmte feinstoffliche Dinge in der Gesellschaft auch wahrzunehmen. Lachen kann ich über großartige Kollegen wie beispielsweise Gerhard Polt, Günter Grünwald und Otto. Auch Freundschaften haben sich entwickelt, mit dem Django Asül diskutiere ich ständig über den FC Bayern München.

ONETZ: Gibt es ein wirkliches Vorbild?

Willy Astor: Das ist natürlich ein großes Wort. Aber rein menschlich ist Dieter Hildebrandt natürlich eine moralische Instanz für mich gewesen: Ein großartiger Mensch und ein großartiger Kabarettist, der der Gesellschaft den Spiegel gezeigt hat.

ONETZ: Stehen Sie lieber auf der Bühne vor großem Live-Publikum oder sind Ihnen Fernsehauftritte lieber?

Willy Astor: Natürlich die Live-Situation. Die größte Erfüllung in meinem Job ist es, wenn mir eine neue Nummer eingefallen ist. Aber dann weiß ich natürlich noch nicht, ob mein Publikum das mag. Und das muss entscheiden, ob es gut ist oder nicht. Eine gute Nummer muss auf jeder deutschsprechenden Bühne funktionieren – ganz gleich, ob in Hamburg oder in Garmisch. Und wenn sie es nicht tut, dann stimmt die Nummer nicht

Hier klicken: Karten für den Auftritt von Willy Astor im ACC am 12. Dezember gibt bei NT-Ticket.

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