30.10.2018 - 17:24 Uhr
AmbergDeutschland & Welt

Wolfsbeauftragter für die Oberpfalz: Der über den Wolf spricht

Das Landesamt für Umwelt geht davon aus, dass sich der Wolf längerfristig in der Oberpfalz niederlassen wird. Um das Zusammenleben möglichst konfliktfrei zu halten, gibt es künftig einen Experten im Regierungsbezirk.

Ein Wolf
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

(wüw) Die Oberpfalz hat künftig einen Wolfsbeauftragten. Markus Martini vom Landesamt für Umwelt übernimmt ab 1. November das Amt. Er soll sich um ein regionales Informations- und Kommunikationskonzept zum Wolf in der Oberpfalz kümmern, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt Amberg-Sulzbach, anlässlich des Antrittsbesuch bei Landrat Richard Reisinger. Sein Dienstsitz wird Martini auf Schloss Theuern in der Gemeinde Kümmersbruck nehmen.

Martini ist in Kronach geboren und gelernter Geoökologe. 2016 schloss er sein Masterstudium in "Global Change Ecology" an der Uni Bayreuth ab. In der neuen Aufgabe wolle er sich er sich zunächst mit den zuständigen Stellen vernetzen und die Entwicklung des Wolfes beobachten. "Als Wolfsbeauftragter bin ich zuständig, die Akteure im Regierungsbezirk zu vernetzen sowie für einen guten Informationsfluss zu sorgen", erklärt der 27-Jährige. Gleichzeitig wolle er die Öffentlichkeit stärker über das Thema Wolf informieren.

Aktuell gibt es in der Oberpfalz ein standorttreues Wolfspaar auf den Übungsplatz Grafenwöhr. Allerdings lebt im Veldensteiner Forst an der Grenze der Oberpfalz zu Mittel- und Oberfranken ein weiteres Wolfspaar, das im Frühjahr zum ersten Mal seit über 100 Jahren für Wolfnachwuchs in Nordbayern gesorgt hat. Auch deshalb liege der Schluss nahe, dass es bald mehr Wölfe geben wird. "Mit einer Zunahme von Wölfen in Bayern ist zu rechnen. Wo diese durchziehen oder sich gegebenenfalls ansiedeln, ist derzeit reine Spekulation."

Weil die Tiere sehr anpassungsfähig sind, könnten sie auch in von Menschen geprägten Gebieten leben, erklärt Martini. Auch deshalb sei "ein Ansprechpartner für jedermann wichtig", der Ängste und Vorurteile durch gesicherte Information ersetzt. In dieser Rolle sieht sich Martini. Bei ihm könne sich vom Experten bis zum Bürger jeder melden. Im Büro sei er montags, dienstags und mittwochs unter der Nummer 09621/39-7990 oder per Mail an markus.martini[at]lfu.bayern[dot]de erreichbar.

Christine Rapp (von links) von der Regierung der Oberpfalz und Landrat Richard Reisinger begrüßen Wolfsbeauftragter Markus Martini und Dr. Walter Joswig vom Landesamt für Umwelt.
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