08.05.2018 - 19:45 Uhr
Deutschland & Welt

Diesel-Skandal: Auslieferungsstopp für Audi A6 und A7 Audi stoppt Auslieferung weiterer Dieselautos

Audi ist mit einem weiteren Verdacht auf Abgas-Tricksereien erneut in die Kritik geraten. Der Ingolstädter Autobauer stoppte die Auslieferung der als Dienstwagen beliebten Modelle A6 und A7 mit 271-PS-Dieselmotor. Das Kraftfahrtbundesamt leitete eine Anhörung ein, wie ein Sprecher am Dienstag in Flensburg sagte.

von Agentur DPAProfil

Zuvor hatte «Der Spiegel» über den jüngsten Manipulationsverdacht berichtet. Audi-Vorstandschef Rupert Stadler sagte, der jüngste Verdachtsfall sei vergangene Woche bei internen Prüfungen entdeckt und dem KBA in Flensburg gemeldet worden. Dabei gehe es um den seit 2014 in rund 60 000 Fahrzeuge vom Typ A6 und A7 eingebauten Sechszylinder-Diesel mit 271 PS.

Laut «Spiegel» wurden die Fahrzeuge zwar mit einem SCR-Katalysator zur Beseitigung der Stickoxide ausgerüstet. Aber damit die Autofahrer den Harnstoff nicht selbst nachfüllen müssten, habe Audi die Einspritzung des Harnstoffs zur Reinigung gedrosselt, und das Auto habe zu viel Stockoxid in die Luft geblasen.

Spiel mit dem guten Ruf

Stadler sagte, Audi untersuche systematisch alle Motoren. Dass mit weiteren Rückrufen zu rechnen sei, hatte er schon im März angekündigt. Für 156 000 hat das KBA bereits Rückrufe angeordnet, aber für 200 000 Fahrzeuge standen noch Prüfungen oder Bescheide aus. Im jüngsten Fall sind laut KBA in Deutschland 33 000, weltweit 60 000 Autos betroffen. Bestätigt sich der Einbau einer unzulässigen Abschalteinrichtung, drohen weitere Rückrufe.

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Sören Bartol sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Die Bosse der Automobilhersteller spielen mit ihrem guten Ruf, wenn sie seit Jahren immer nur scheibchenweise zugeben, wo sie noch manipuliert haben. So langsam bin ich es leid."

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