13.08.2018 - 17:41 Uhr
BärnauDeutschland & Welt

Sommerparty mit Festival-Atmosphäre

Intensives Musikerlebnis: Feinster Bluesrock mit "Blue Haze" auf der Freilichtbühne Bärnau

Sommer-Bluesrock vom feinsten bietet die Weidener Band „Blue Haze“ mit (von linsk) Gitarrist Günter Hagen, Sänger Andi Doerfler, Schlagzeuger Andreas Bauer und Bassist Ulli Schmutzer bei ihrem Konzert auf der Freilichtbühne in Bärnau.
von Autor HLLProfil

Ungemütlich ist es draußen an diesem Freitagmorgen, regnerisch, beinahe kalt, bedenkt man die ungezählten hochsommerlich heißen Tage, welche diesem plötzlichen Wettereinbruch vorangingen und die schöne wie unbeschwerte Jahreszeit schier endlos erscheinen ließen. Und dann, abends - unter endlich wieder wolkenlosem Himmel auf der Freilichtbühne Bärnau - kündigt Sänger Andi Doerfler einen Herbst-Song an, den "Long Autumn Blues", und scherzt, dass es in zwei Wochen ohnehin schon wieder soweit wäre.

Fünf Vollblut-Musiker

Ein Scherz, gewiss, und doch: Während das Lied bedächtig seinen melancholischen Lauf nimmt, fällt der Blick auf den Himmel, getaucht in ein sanftes Blau, in Erwartung des Sonnenuntergangs und einer klaren Sternschnuppen-Nacht. Momente wie dieser sind es, sich der Vergänglichkeit bewusst werdend, in denen man schätzt, was gegenwärtig noch bleibt. An diesem lauen Abend ist das der Auftritt der Weidener Band "Blue Haze", fünf Vollblut-Musiker, welche die beschaulich heimelige Naturbühne im ebenso lauschigen Bärnau in eine große Party verwandeln.

Einen Schritt hinaus aus dem Stadtzentrum ist man unversehens wieder mitten im Grünen, auf der imposanten Tribüne, die zwar 450 Zuschauern Platz bietet aber doch gedrungen und kompakt genug erscheint, so dass sie das Gefühl vermittelt, man befinde sich auf einem etwas zu groß geratenen Familienfest, von der Außenwelt geschützt durch wuchernde Bäume und Sträucher. Familiär ist die Atmosphäre in der Tat, die Zuhörerschaft rückt zusammen und gemeinsam fühlt man sich der Band ganz nah, während der letzte Hauch von trüben Gedanken verschwindet.

Zwar sind "Blue Haze" zuvorderst eine Blues-Band, klar, doch vermischt mit einer kräftigen Note an energiegeladener Rockmusik geben sie dem Publikum wohl so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was der Titel ihrer aktuellen Platte "Hard Times" vermuten ließe. Eine schöne Zeit also: Unterstützt von den Background-Sängerinnen Stephanie Derdom und Katinka Dittrich sowie den "Soul Station No. 10-Horns" wirbelt Vokalist Andi Doerfler unermüdlich über die Bühne, mal mit Gitarre oder Harmonika, immer aber mit seiner prägnanten rauen Stimme. Gestenreich verleiht er sowohl den gefühlvollen Songs sowie auch den temperamentvollen Uptempo-Nummern Leben, während am Rande, cool mit Sonnenbrille, Gitarrenvirtuose Günter Hagn als Ruhepol fungiert und sein mitunter komplexes Saitenspiel ganz mühelos erscheinen lässt.

Heimelige Kulisse

Was als ausgelassene Gartenparty im Grünen beginnt, mit einer einzelnen noch verbleibenden orangeroten Wolke am Horizont, die sich mit Fortschreiten der Zeit schließlich kühl blau und letztlich tiefschwarz verfärbt, findet nach der Pause und dem Einbruch der Dunkelheit eine gänzlich unverhoffte Fortsetzung. Die Freilichtbühne bei Nacht wirkt urplötzlich wie eine ganz neue Kulisse, immer noch heimelig irgendwie, gemütlich. Jedoch scheint alles intensiver, verstärkt: Die Lichter auf der Bühne, der Klang der Musik - alles ist näher, unvermittelter: eine Sommerparty mit Festival-Atmosphäre.

So hält es auch viele Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen, es wird getanzt, gegessen, getrunken. Man ist nicht mehr nur reiner Zuseher und -hörer, sondern Teil eines gemeinsamen Erlebnisses, auf dem Höhepunkt des Hochsommers, nochmal vergessend dass, vielleicht schon in wenigen Wochen der lange Blues des Herbstes wieder seinen unvermeidlichen Lauf nimmt.

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