Barbara Meier, die Schlappen auf der Schleppe und der unzufriedene Leser

Einst unbekannte Studentin, heute Prominente: Barbara Meier hat eine viel beachtete Karriere hingelegt. Da macht man sich nicht nur Freunde - und als Zeitung manchmal auch, wenn man über die Ambergerin schreibt.

Barbara Meier und ihr Ehemann, der österreichische Unternehmer und Investor Klemens Hallmann, bei der Bambi-Verleihung im Festspielhaus Baden-Baden. Der Deutschen Presse-Agentur hatte die Ambergerin erzählt, es passiere ihr immer wieder, dass jemand auf die Schleppe ihres Kleides trete.
von Jürgen Kandziora Kontakt Profil

"Barbara Meier und die Schlappen auf der Schleppe",so titelten wir dieser Tage zu einem Bild, das die 33-Jährige aus Amberg auf dem roten Teppich bei der Bambi-Verleihung in Baden-Baden zeigte. Sie trug ein langes Abendkleid, einen fair produzierten Glitzerdress aus 30 Metern Stoff.

Karl K. aus Amberg machte sich daraufhin "Sorgen um das Ansehen und die Qualität meiner Amberger Zeitung". Er schlug mir deshalb via Mail vor: "Sprechen Sie doch mal mit Ihrem Chefredakteur drüber, ob er bereit ist, diesen beispielhaften Werteverfall zukünftig abzustellen." Ich wandte mich an den Leser und wollte von ihm wissen: "Welchen Werteverfall glauben Sie hier zu erkennen? Erläutern Sie es mir bitte."

"Nichtssagender Artikel"

Karl K. schrieb mir dann Folgendes: "Der nichtssagende Artikel erschien auf Seite 3 unter der Rubrik ,Themen des Tages' direkt neben dem Kommentar zur ,Klimakrise' und über einem Artikel zum Thema ,Klimaschutz'. Passt das wertemässig zusammen? Als Leser frage ich mich überhaupt, ob Ihr Verlag bei der Vermarktung dieser Person (siehe u. a. auch die Hochzeits-Berichterstattung der AZ) hier nicht auf das falsche Pferd setzt, wenn es darum geht, auf ,global fair produzierte Produkte' aufmerksam zu machen. Von einer vom Wirtschaftsministerium ernannten Botschafterin für weltweite, nachhaltige und umweltschonende Fertigung darf man zu Recht ein Vorleben in sichtbarer und glaubwürdiger Bescheidenheit erwarten. Das ist hier leider nicht der Fall. Die regelmäßigen und wohl auch vertraglich geschuldeten Berichte der AZ über dieses ,Topmodel' machen auf die vorliegende Widersprüchlichkeit aufmerksam."

Meiner Antwort an Karl K. schickte ich voraus, dass er leider nicht mit meinem Verständnis für seine Kritik rechnen könne. "Barbara Meier ist bundesweit ein bekanntes Gesicht, sie ist Fotomodell, Schauspielerin, hat die Heidi-Klum-Casting-Show gewonnen und ist derzeit die wohl bekannteste Ambergerin."

Das ist Barbara Meier

Im Online-Nachschlagewerk Wikipedia könne man zudem über Barbara Meier lesen: "2008 war sie Botschafterin für das Jahr der Mathematik, zu der sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung ernannt wurde. 2012 war sie eine der Werbebotschafterinnen des Deutschen Museums in München. 2013 nahm sie am New-York-City-Marathon teil.

Sie war Botschafterin der Kampagne IN FORM des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die sich für mehr Bewegung und gesündere Ernährung der Bevölkerung einsetzt. Seit 2015 ist sie Botschafterin des WWF für das Projekt ,Geisternetze', das sich gegen Plastikmüll im Meer einsetzt und über die Umweltauswirkungen und Gefahren der im Meer treibenden Fischernetze informiert. Seit 2017 ist Meier Botschafterin des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung für faire und umweltfreundliche Mode."

In einer großen Fernseh-Show

Weiter heißt es in Wikipedia: "Im Dezember 2015 erschien ihr Buch ,Dein Weg zum Glücksgewicht'. (...) 2018 nahm sie an der Seite von Sergiu Luca an der 11. Staffel der RTL-Show Let's Dance teil und schied zunächst in der fünften Runde aus, kehrte dann aber als Ersatz für den verletzten Kandidaten Jimi Blue Ochsenknecht wieder in die Show zurück und belegte am Ende im Finale den dritten Platz. "

Insofern, das machte ich gegenüber Karl K. deutlich, "ist es für mich nur schwer nachvollziehbar, dass Sie einen ,Werteverfall' sehen, wenn über diese Frau berichtet wird. In unserer Leserschaft gibt es ein großes Publikum, das sich weit über Amberg hinaus dafür interessiert, was Barbara Meier so tut. Dem müssen wir Rechnung tragen, was wir übrigens auch gerne tun. Es passt übrigens ,wertemäßig' durchaus zusammen, auf einer Zeitungsseite eine bunte Themenauswahl zu bieten."

Weiter schrieb ich dem Amberger Leser: "Wie Sie darauf kommen, dass unser Verlag Barbara Meier sogar vermarkte, ist mir ein Rätsel. Das war und ist nicht der Fall. Auch gab und gibt es keine vertraglich geschuldeten Berichte. Es existiert kein Vertrag mit Frau Meier. Zu Ihrem persönlichen Urteil über Frau Meier will ich mich nicht groß äußern. Ich halte es allerdings für zweifelhaft, einen Menschen, den man wahrscheinlich gar nicht näher kennt, in eine bestimmte Schublade zu stecken."

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