Bayern
25.02.2022 - 10:32 Uhr

39 Jahre alter Mordfall – Viele Hinweise nach "Aktenzeichen XY"

Das 15-jährige Mädchen machte sich gegen den Willen der Eltern nachts allein auf den Heimweg – und kam nie zu Hause an. Fast vier Jahrzehnte nach dem Mord an einer Schülerin aus Schwaben kommt nun Bewegung in den ungelösten Mordfall.

Das Handout der Polizei Dilling zeigt ein undatiertes Foto der Gymnasiastin Simone Langer aus Donauwörth. Bild: Polizei Dillingen
Das Handout der Polizei Dilling zeigt ein undatiertes Foto der Gymnasiastin Simone Langer aus Donauwörth.

Donauwörth. Nach der Fernsehfahndung zu einem Mord an einer Jugendlichen aus Donauwörth vor fast 39 Jahren hat die Kripo zahlreiche Hinweise von Zuschauern bekommen. "Wir haben mit vielen Hinweisen gerechnet, wir haben eine unerwartet sehr hohe Anzahl von Hinweisen bekommen", sagte der Chef der Kriminalpolizei Dillingen, Michael Lechner, am Donnerstag.

Das Gewaltverbrechen an der 15 Jahre alten Gymnasiastin Simone Langer im Sommer 1983 war am Mittwochabend groß in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" vorgestellt worden. Bereits während und kurz nach der Sendung hätten sich 27 Zuschauer mit Hinweisen bei der Kripo in Dillingen gemeldet, erklärte Lechner. Am Donnerstag seien dann weitere Anrufe eingegangen, auch im Sendestudio habe es viele Anrufe gegeben.

"Es gibt Bewegung"

Es sei aber noch zu früh zu beurteilen, ob die Hinweise die Ermittler weiterbringen. Es seien teils bekannte Informationen gemeldet worden, erklärte der Kripochef. In anderen Fällen hätten die Beamten die möglichen Zeugen aber bereits am Donnerstag wieder kontaktiert, um nachzufragen. Lechner will noch keine Hoffnung schüren, dass der Fall nun nach fast vier Jahrzehnten doch noch gelöst werden kann. "Aber es gibt auf jeden Fall Bewegung."

Die 15-Jährige hatte am 28. Juli 1983 abends bei einem Freund in dessen Geburtstag hineingefeiert. Simones Eltern hatten dies erlaubt, wenn der Freund das Mädchen dann nach Hause begleitet. Doch in der Nacht machte sie sich trotzdem allein mit dem Fahrrad auf den sieben Kilometer langen Weg nach Hause.

Zwischen 0.30 und 1.00 Uhr kam die Schülerin damals am Ortsrand von Donauwörth an, wo sie wohl überfallen wurde. Anwohner berichteten später von Hilfeschreien, ein Zeuge will einen verdächtigen Kleinbus gesehen haben. Später wurde das beschädigte Rad der Schülerin kurz vor dem Donauwörther Ortsschild entdeckt.

Eine große Suchaktion mit mehreren Hundert Einsatzkräften, einem Hubschrauber und Suchhunden blieb erfolglos. Es wurde vermutet, dass die 15-Jährige in einem Lieferwagen entführt worden ist.

Rund zwei Monate später wurde die Leiche des Mädchens in Mittelfranken gefunden. Ein Pilzsammler entdeckte die Tote in einem Wald bei Allersberg (Landkreis Roth) in der Nähe der Autobahn 9 (München-Nürnberg) - rund 80 Kilometer vom Wohnort der Schülerin entfernt.

Männer mit Campingbus gesucht

Die Ermittler suchen insbesondere auch vier Männer, die wohl aus dem Raum Kronach in Oberfranken stammten und damals auf dem Weg an den Bodensee mit ihrem Campingbus in Donauwörth eine Panne hatten. Der Bus hatte das Kennzeichen "KC-AW17". Die damaligen Halterdaten seien inzwischen gelöscht, erklärte Ermittler Alexander Wex in der Sendung. Heute sei das Kennzeichen neu vergeben.

Die vier Männer werden allerdings nur als Zeugen gesucht, weil sie in der Nähe des Tatortes ihren Camper repariert haben. Sie seien selbst nicht verdächtig, obwohl sie ein ähnliches Fahrzeug gefahren hätten, betonte "XY"-Moderator Rudi Cerne.

 
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