14.06.2019 - 15:29 Uhr
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Ausstellung über den Vater von Donald Duck

Er war ein Mann, der mit Donald Duck lebte. Fortwährend zeichnete er Donald Duck. Ab und zu fand sich sogar seine Familie in den Comicstrips wieder - und war davon nicht immer begeistert.

von Externer BeitragProfil

Der Zeichner Al Taliaferro gilt als "Vater der Ente". Er gab Donald sein heutiges Aussehen und schuf mit den drei Neffen Tick, Trick und Track die wichtigsten Nebenfiguren. 2003 erhielt Taliaferro den Titel einer "Disney-Legende". Die Sonderausstellung "Al Taliaferro - Der Vater der Enten" im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale ist eine Weltpremiere: Zum ersten Mal wird dem Disney-Zeichner eine Einzelausstellung gewidmet.

Zu verdanken ist die Schau den Sammlern Ina Brockmann und Peter Reichelt, die in Ludwigshafen eine Ausstellungsproduktion betreiben. Neben zahlreichen Fotos von Stars und Künstlern bilden Zeichnungen aus dem Hause Disney einen Teil der umfangreichen Sammlung. Einige der Objekte sind in Schwarzenbach zum ersten Mal ausgestellt.

Museumsleiterin Alexandra Hentschel weist darauf hin, dass in ihrem Haus die Figur des Donalds von Carl Barks oft eine große Rolle spielt. "Doch er war nicht derjenige, der sie erfunden hat." Aus einer eindimensionalen Figur habe Al Taliaferro eine vielfältige gemacht. Er habe das Disney-Studio überzeugt, auch der Ente im Matrosenanzug einen eigenen Comicstrip zu widmen. Von 1939 an zeichnete er täglich einen Donald-Strip nach den Texten von Bob Karp. Strips deshalb, weil die Veröffentlichung in der Zeitung stets einen kleinen Streifen der Seite füllten. Von Montag bis Samstag klein und schwarzweiß, am Sonntag größer und in Farbe. Insgesamt zeichnete Taliaferro 10 312 solcher Streifen und gestaltete 2089 Sonntagsseiten.

Als Al Taliaferro 1931 bei Walt Disney einstieg, gab es bereits die Ente, aber keinen Donald Duck, sagt Kuratorin Ina Brockmann. "Er schuf den Charakter von Donald, ging mit dieser Figur ganz auf." Bis zu seinem Tod im Februar 1961 zeichnete er ausschließlich Donald Duck. Disney sei der Film wichtig gewesen, Taliaferro machte sich für das "Papier" stark. Die Lizenzen der Strips wurden an Tageszeitungen verkauft.

Die Kuratorin nennt Taliaferro den Meister des Pantomimenzeichnens. "Er kam mit wenig Sprache aus, schaffte es trotzdem, die Emotionen auszudrücken." Vor allem die früheren Arbeiten beschränkten sich auf vier Bilder ohne jeden Text. Der 1905 geborene Zeichner habe den größtmöglichen Effekt ohne Sprache erreicht. Taliaferro sei sehr auf seine Arbeit fokussiert gewesen, arbeitete am liebsten allein. "Er war kein Teamplayer." Nicht nur Donald Duck habe er entwickelt, er erfand auch Lebensgefährtin Daisy sowie die Neffen Tick, Trick und Track.

Weil Taliaferro so sehr für einen Strip mit der Einzelfigur Donald Duck gekämpft habe, sei die "Weltherrschaft von Donald" nicht zu stoppen gewesen, sagt Brockmann. "Er blieb bis zum letzten Schnaufer seiner Figur treu."

Zum Erika-Fuchs-Haus

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