Das bayerische Kabinett tagte am Dienstag und diskutierte die Umsetzung der Beschlüsse der Bund-Länder-Runde aus der vergangenen Woche. Bayern setzt dabei auf einen Sonderweg und verzichtet auf 2G-Plus in der Gastronomie.
Gastronomie
Bayern verzichtet anders als fast alle anderen Bundesländer auf schärfere Corona-Regeln für Gaststätten. Im Freistaat bleibt es dabei, dass Geimpfte und Genesene ohne zusätzlichen Test beziehungsweise ohne Auffrischungsimpfung in Restaurants gehen dürfen. Es gilt also weiterhin die 2G-Regel und nicht 2G plus, wie Bund und Länder vergangenen Freitag mehrheitlich vereinbart hatten. Die bayerische Corona-Verordnung - dort ist für Gaststätten 2G vorgeschrieben - werde ohne besondere inhaltliche Änderungen verlängert, teile Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München mit. Jedenfalls "Stand heute" bleibe man in der Gastronomie bei der 2G-Regel. Bayern weicht hier neben Sachsen-Anhalt als einziges Bundesland von der Bund-Länder-Linie ab. Dafür bleiben - anders als in anderen Ländern - in Bayern Kneipen, Bars und Discos weiter ganz geschlossen.
2G-Plus-Regel
Für Menschen mit Corona-Auffrischungsimpfung entfällt die zusätzliche Testpflicht in 2G-plus-Bereichen künftig unmittelbar nach der Booster-Impfung und nicht erst nach zwei Wochen. Das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Zudem gibt es eine entsprechende Erleichterung für Menschen mit vollständiger Grundimmunisierung, die anschließend eine Corona-Infektion überstanden haben, also für Menschen mit einem sogenannten Impfdurchbruch. Auch für diese entfällt in 2G-plus-Bereichen die Pflicht zur Vorlage eines zusätzlichen Tests.
Quarantäne
Künftig beträgt die Dauer der Isolation für Infizierte und der Quarantäne für enge Kontaktpersonen in der Regel zehn Tage. Bereits nach sieben Tagen ist eine Freitestung mit einem negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest möglich - wobei man nach einer Infektion zusätzlich mindestens 48 Stunden symptomfrei sein muss. Die verkürzten Fristen treten noch am Dienstag in Kraft, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München sagte.
Für Beschäftigte etwa in Kliniken und Altenheimen ist zur Beendigung von Quarantäne und Isolation ein PCR-Test verpflichtend, oder es müssen fünf Tage lang täglich negative Schnelltests vorgelegt werden. Schülerinnen und Schüler sowie Kita- und Kindergarten-Kinder, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, können sich künftig bereits nach fünf Tagen freitesten, per PCR- oder Antigen-Schnelltest.
Die Regeln für Kontaktpersonen, die eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder frisch genesen sind, werden geändert, sobald der Bund dafür nötige Rechtsänderungen umgesetzt hat. Herrmann nannte dafür voraussichtlich Freitag oder Samstag. Diese müssen dann gar nicht mehr in Quarantäne. Bisher galt für Kontaktpersonen einer mit der Omikron-Variante infizierten Person eine Quarantäne von 14 Tagen, ohne die Chance zum Freitesten.















Zur nicht umgesetzten 2G-Plus-Regelung in den bayrischen Gaststätten. Das mag die Wirte freuen, aber lange werden sie sich nicht daran erfreuen. Dem normalsterblichen Bürger, so er nach fast 2 Jahren Pandemie ein ausreichendes Verständnis über die Verbreitung des Corona-Virus hat, ist die Priviligierung der Gastronomie nicht verständlich. In einem Museum habe ich als Besucher 2G plus, in der Gastronomie 2G. In einem Museum trage ich die ganze Zeit die FFP2-Maske, in der Gastronomie nicht. In einem Museum gibt es eine sehr niedrig angesetzte Begrenzung der Besucherzahl. In der Gastronomie nicht. Und die Lüftung dürfte in vielen gastronomischen Betrieben auch nicht besser sein als in einem Museum. Wo stecke ich mich also deutlich eher an? Sicherlich nicht in einem Museum, sondern bei jenem Teil der Wirtschaft, der anscheinend die bessere Lobby hat. Jener Teil der Wirtschaft, dessen Dachverband (die Dehoga) sich schon seit 1,5 Jahren gegen wissenschaftliche Erkenntnisse zur Corona-Pandemie wehrt wie der Teufel gegen das Weihwasser.
Eins ist sicher: die Kurven der Corona-Inzidenzen zeigen fast überall nach oben. Deutlich. Es ist absehbar, das wir in ganz Bayern in die Hotspot-Regelung mit einer Inzidenz über 1000 laufen. Und dann kommt sowieso der Lockdown.
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