16.10.2020 - 08:42 Uhr
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Feiern, Fahrten und Familie: Fragen und Antworten zur Corona-Lage

Die Ereignisse rund um Corona überschlagen sich. Die Stadt Weiden und der Landkreis Tirschenreuth gelten aufgrund hoher Infektionszahlen als Risikogebiete. Was bedeutet das für Berufspendler, Partygäste, Veranstalter und Urlauber?

Wie viele Gläser brauchen Hochzeitspaare und Feierwütige am Ende noch für ihre Gäste? Einige Hochzeitspaare und Partyplaner in Weiden und Tirschenreuth dürften ihre Gästelisten für anstehende Feiern stark reduzieren müssen. Seit Überschreitung des Corona-Grenzwerts gelten neue strenge Regeln und eine maximale Personenanzahl für Feiern im Innen- und Außenbereich in den Risikogebieten in Bayern.
von Vanessa Lutz Kontakt Profil

Von Kathrin Moch, Vanessa Lutz und Mareike Schwab

Quasi über Nacht wurden die Stadt Weiden am Mittwoch und der Landkreis Tirschenreuth am Freitag zum Corona-Risikogebiet. Sie haben den Inzidenzwert von 50 gerissen.

Nachdem nun Ministerpräsident Markus Söder am Donnerstag die sogenannte "Corona-Ampel" mit relativ konkreten Regelungen für die Werte eingeführt hat, greifen nun ab einem Wert von über 50 diverse Maßnahmen. Dennoch bleiben weiterhin einige Fragen. Diese beantwortet Oberpfalz-Medien.

Müssen Gäste auf einer Hochzeit oder Familienfeier wieder ausgeladen werden, wenn sich über Nacht die zulässige Teilnehmerzahl etwa durch neu erlassene Allgemeinverfügungen verändert?

Ein Sprecher des Bayerischen Gesundheitsministeriums antwortet, dass "die zum Zeitpunkt der Feier aktuelle Regelung" gilt. Sofern kurzfristig eine Anpassung der Regelungen verkündet werde, müsse dies "leider" bei der Organisation einer solchen Feier berücksichtigt und die Gästezahl gegebenenfalls angepasst werden. Die Stadt Weiden und der Landkreis Tirschenreuth begrenzen Veranstaltungen und Versammlungen im Freien aktuell auf 50 Menschen, in geschlossenen Räumen auf 25.

Empfiehlt das Gesundheitsministerium, solche Feiern in diesem Jahr besser gar nicht mehr stattfinden zu lassen?

"Hochzeiten und Familienfeiern sind nach aktuellem Stand nicht verboten", so ein Ministeriumssprecher. Dennoch könnten solche Feiern in der jetzigen Lage zu steigenden Infektionszahlen beitragen. "Wir appellieren an alle Bürgerinnen und Bürger, umsichtig und achtsam zu sein und sich die Frage zu stellen, ob eine bestimmte Feier in dieser Phase wirklich notwendig ist oder nicht." Dies gelte für Gäste sowie Veranstalter gleichermaßen.

Wird von der Politik auf solche Feiern besondere Rücksicht genommen? Oder gelten diese als potenzielle Hotspots?

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagt: "Private Feiern bergen das Risiko für Neuinfektionen, deren Nachverfolgung durchaus schwierig sein kann." Darum mahne das Ministerium gerade hier zu besonderer Vorsicht.

Dürfen in einem Risikogebiet noch Veranstaltungen, Versammlungen und weitere Termine stattfinden?

In Weiden und dem Landkreis Tirschenreuth sind Veranstaltungen und Versammlungen ab Samstag, 0 Uhr, im Freien auf 50 Menschen begrenzt, in geschlossenen Räumen auf 25. Der Veranstalter muss allerdings ein entsprechendes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept vorlegen können.

Darf ich von einem Risikogebiet in ein anderes bayrisches Risikogebiet fahren? Beispielsweise als Berufspendler von Weiden in den Landkreis Tirschenreuth?

Ja. Laut Roswitha Ruidisch, Pressesprecherin der Stadt Weiden, sind solche Fahrten erlaubt. Egal, ob als Berufspendler oder Freizeitfahrer. Hier gebe es für die Bürger derzeit keine besonderen Einschränkungen zu beachten.

Darf ich von einem Risikogebiet in Bayern in ein Nicht-Risikogebiet fahren? Beispielsweise von Weiden nach Amberg?

Auch hier bestehe laut Roswitha Ruidisch keine Einschränkung. Als Berufspendler oder Freizeitfahrer müsse vor so einer Fahrt auch kein negativer Corona-Test vorliegen.

Darf ich als Amberger nach Weiden fahren? Als von einem Nicht-Risikogebiet in ein Risikogebiet?

Ja. Auch hier gibt es kein ausdrückliches Verbot. Grundsätzlich sei aber laut Roswitha Ruidisch derzeit erhöhte Wachsamkeit aller Bürgerinnen und Bürger in der Region notwendig. Vor einer Fahrt in ein ausgewiesenes Risikogebiet seien die dortigen Beschränkungen insbesondere von privaten Treffen zu beachten. Im öffentlichen Raum der Stadt Weiden dürfen sich ab Samstag, 0 Uhr, maximal fünf Personen oder zwei Hausstände versammeln. Diese Regel gilt auch im privaten Raum. In der gesamten Fußgängerzone gilt zudem zwischen 9 und 19 Uhr Maskenpflicht.

Darf ich als Bewohner eines Risikogebiets innerhalb Deutschlands verreisen?

"Generell gab es eine innerdeutsche Reisebeschränkung nur im Zusammenhang mit dem Beherbergungsverbot", sagt Susanne Schwab von der Stadt Amberg. Das heißt, das Reisen innerhalb Deutschlands ist nicht eingeschränkt. Wer vorhat, aus einem Risikogebiet in ein Bundesland mit Beherbergungsverbot zu fahren, kann Tagesausflüge unternehmen. Übernachtungen in Hotels oder Pensionen sind nicht erlaubt, außer bei Vorlage eines negativen Corona-Tests, der höchstens 48 Stunden alt sein darf. Nach dem Stand von Freitag, 16. Oktober, gibt es in folgenden Bundesländern ein Beherbergungsverbot: Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. In Bayern wurde das Beherbergungsverbot am Freitag aufgehoben.

Wo kann ich mich vor einer Reise testen lassen?

Für Weiden und Neustadt wurde ein gemeinsames Testzentrum auf dem Neuen Festplatz an der Conrad-Röntgen-Straße in Weiden geschaffen. Die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach haben ein gemeinsames Corona-Testzentrum auf dem Parkplatz des Gesundheitsamtes in Amberg errichtet. Für den Landkreis Tirschenreuth gibt es ein Testzentrum in der Einsteinstraße in Tirschenreuth. Im Kreis Schwandorf kann man sich im Sepp-Simon-Stadion in der Kreisstadt testen lassen. Eine Testung ist überall nur ohne Symptome mit Terminvereinbarung möglich. Die Kosten werden vom Freistaat Bayern übernommen.

Für den Fall, dass man Symptome wie Husten oder Fieber hat und sich auf das Coronavirus testen lassen möchte, rät der Amberger Gesundheitsamtleiter Dr. Roland Brey, sich immer zuerst telefonisch an seinen Hausarzt zu wenden. An Wochenenden und Feiertagen wendet man sich am besten an die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117.

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