24.11.2021 - 08:22 Uhr
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Kabinett verschärft Corona-Regeln: Das gilt ab Mittwoch

Die Infektionszahlen in Bayern schrauben sich in nie geahnte Höhen. Mit strengen Auflagen für Ungeimpfte soll die Welle gebrochen werden. Diese Regeln beschloss das Kabinett am Dienstag.

In Bayern gilt ab Mittwoch fast flächendeckend die 2G-Regel. Ausnahme ist der Handel.
von Agentur DPAProfil

Angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen hat das bayerische Kabinett am Dienstag die angekündigten harten Gegenmaßnahmen beschlossen. Sie sollen nach Zustimmung des Landtags noch in der Nacht in Kraft treten und ab Mittwoch gelten. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) machte in einer Regierungserklärung noch einmal die Dramatik der Situation deutlich. "Obwohl Bayern mit das beste Gesundheitssystem Deutschlands und der Welt hat, droht die komplette Überlastung", sagte der CSU-Chef. Landesweit gab das Robert Koch-Institut die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag mit 644,9 an, zehn Landkreise wiesen eine Inzidenz von mehr als 1000 auf.

Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte

Es dürfen sich nur noch maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Lediglich Kinder unter zwölf, Geimpfte und Genesene zählen nicht mit. Alle Clubs, Diskotheken und Bars müssen schließen, Restaurants dürfen nur noch bis 22 Uhr offen bleiben. Weihnachtsmärkte fallen aus. Kultur- und Sportveranstaltungen dürfen ab Mittwoch nur noch mit einer Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern stattfinden.

2G fast flächendeckend

Auch zu Friseuren, Hochschulen, Musik-, Fahr- und Volkshochschulen sowie Bibliotheken haben nur noch Geimpfte und Genesene Zugang. In vielen Bereichen gilt sogar künftig 2G plus: Zugang also nur für Geimpfte und Genesene, aber auch nur mit einem zusätzlichen negativen Schnelltest. Dies gilt etwa für Kultur- und Sportveranstaltungen, Messen und Tagungen sowie Freizeiteinrichtungen aller Art, etwa Zoos, Bäder und Seilbahnen. 3G gilt im Öffentlichen Nahverkehr.

Kultur- und Sportveranstaltungen

Erlaubt ist nur noch eine Auslastung von maximal 25 Prozent an Zuschauern. Zudem gilt die 2G-plus-Regel - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene mit einem zusätzlichen Test. Dies gilt für Theater, Oper, Stadien sowie in Freizeiteinrichtungen und bei Messen. Weihnachtsmärkte werden bayernweit komplett abgesagt.

Gastronomie, Clubs und Bars

In der Gastronomie gilt eine Sperrstunde ab 22 Uhr. Alle Clubs, Diskotheken und Bars müssen für die nächsten drei Wochen schließen, Bordelle ebenso.

Schulen und Kitas

Schulen und Kitas bleiben geöffnet, Schulen im Präsenzunterricht. Allerdings muss auch im Sportunterricht wieder eine Maske getragen werden. In Kitas und auch an Mittelschulen (insbesondere in der 5. und 6. Klasse) soll es flächendeckend PCR-Pooltests geben. Ansonsten bleibt es beim bisherigen System mit den Schnelltests. Neu ist: An Grund- und Förderschulen, an denen es schon PCR-Pooltests gibt, sollen künftig immer montagvormittags zusätzlich Schnelltests hinzukommen, weil die PCR-Testergebnisse immer erst abends vorliegen.

Corona-Hotspots

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 1000 soll das öffentliche Leben in weiten Bereichen heruntergefahren werden. Gastronomie und Beherbergungsbetriebe aller Art, Sport- und Kulturstätten müssen schließen, Freizeit-, Sport- und Kulturveranstaltungen werden untersagt. Friseure bleiben allerdings geöffnet, das wurde am Dienstag beschlossen. Hochschulen müssen auf digitale Lehre umstellen. Schulen und Kitas bleiben offen, der Handel ebenso - dort gilt dann aber eine verschärfte Beschränkung von einer Person pro 20 Quadratmeter Fläche.

Kulanzfrist für Zwölfjährige

Neu ist eine Kulanzfrist für Zwölfjährige: Kinder sollen künftig bis zu einem Alter von zwölf Jahren und drei Monaten automatisch zu allen Bereichen mit 2G-Beschränkung zugelassen werden. Sie dürfen nun also drei Monate länger automatisch Freizeiteinrichtungen und ähnliches besuchen, wenn sie noch nicht gegen Corona geimpft oder genesen sind.

Schnelltests für Alten- und Pflegeheime

In Alten- und Pflegeheimen hilft die Staatsregierung kurzfristig mit mehr als 1,5 Millionen Schnelltests aus. Das Technische Hilfswerk soll die Tests rasch an die Kreisverwaltungsbehörden ausliefern.

Finanzhilfen für Betroffene

Das Kabinett beschloss zudem, finanzielle Hilfsprogramme für Kommunen und Kulturschaffende sowie für Schulbusse zu verlängern. Konkret sollen weitere 330 Millionen Euro als Ausgleich für ausgefallene Gewerbesteuereinnahmen an die Städte und Gemeinden fließen. Im vergangenen Jahr flossen den Angaben der Regierung zufolge 2,4 Milliarden Euro als Ausgleich vom Freistaat und vom Bund. Für Bayerns Künstler wird ein ganzer Strauß von Hilfsprogrammen verlängert - unter anderem für Soloselbstständige. Eine Summe nannte die Regierung jedoch zunächst nicht.

Förderung von Schulbussen

Die staatliche Förderung von Schulbus-Verstärkerfahrten, um übervolle Busse in Corona-Zeiten zu verhindern, wird bis vor den Osterferien verlängert. Die Staatsregierung werde den Verstärker-Einsatz mit 25 Millionen Euro bezuschussen. Ob zusätzliche Busse bestellt werden, entscheide die jeweilige Kommune nach der Situation vor Ort. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung nach eigenen Angaben 56 Millionen Euro für die Verstärkerbusse zur Verfügung gestellt.

Bayerisches Kabinett beschließt 2G-Kulanzfrist für Zwölfjährige

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Kommentare

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Tho mas

Für Ungeimpfte gibt es zu vorher also kaum neue Einschränkungen. 2G oder 3G+ sind effektiv für die das Gleiche und die Kontaktbeschränkungen betreffen ja kaum jemand, bzw. wurden im Frühjahr schon nicht befolgt. Dafür brauchen Geimpfte jetzt für alle Freizeitaktivitäten einen Schnelltest. Das ist natürlich für die Ungeimpften argumentativ ein großes Plus.

24.11.2021