07.12.2018 - 09:48 Uhr
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LBV ruft zur Wintervogelzählung auf

Anfang Januar findet wieder die "Stunde der Wintervögel" statt. Der Landesbund für Vogelschutz will herausfinden, wie sich der trockene Sommer auf die Tiere auswirkt und ob Zeisige aus Skandinavien in Deutschland überwintern.

Der Vogel des Jahres 2018, der Star, hat einen vielgestaltigen Gesang mit vielen Imitationen anderer Vogelarten. Bild exb Bild: Naturpark Steinwald
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„Bisher können wir mangels Daten nur spekulieren, wie sich die Dürre und das Usutu-Virus auf die Vogelwelt ausgewirkt hat. Je mehr Meldungen wir deshalb bei der LBV-Mitmachaktion von Freitag bis Sonntag, 4. bis 6. Januar, bekommen, umso genauer können wir uns ein Bild von der Lage machen“, sagt Martina Gehret, die LBV-Citizen-Science Beauftragte. Neben Deutschland zählen hunderttausende Vogelfreunde auch in England, Irland, den Niederlanden und Österreich jedes Jahr im Winter die Vögel in ihren Gärten und Parks. Dieses Jahr macht zum ersten Mal auch Tschechien bei der Stunde der Wintervögel mit.

Durch den warmen Sommer tragen wilde Bäume und Sträucher in diesem Jahr besonders viele Früchte. „Die Wintervögel finden einen reich gedeckten Tisch vor. Wird es wie schon in den vergangenen Jahren ein milder Winter, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Kurzstreckenzieher wie Rotkehlchen und Star häufig im heimischen Garten zu beobachten sind“, sagt Gehret. Gibt es einen frühen Wintereinbruch mit viel Schnee in Skandinavien, kommen mit etwas Glück auch viele Erlenzeisige und Birkenzeisige nach Deutschland.

Zum ersten Mal werden nun auch in Tschechien die Wintervögel gezählt. Mit der grenzübergreifenden Zusammenarbeit wollen der LBV und der tschechische Vogelschutzverband ČSO die „Stunde der Wintervögel“ auch in Tschechien bekannt machen. Sie soll Vogelfreunde auf beiden Seiten der Grenze miteinander verbinden, teilte der LBV am Freitag mit. Das Projekt wird über die Europäische Territoriale Zusammenarbeit (ETZ), die ein Ziel im Rahmen der EU-Strukturförderung ist, und mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Anfang dieses Jahres beobachteten über 32.000 Teilnehmer insgesamt mehr als 760.000 Vögel in Bayern, sie sahen im Durchschnitt aber nur noch 34 gefiederte Gäste pro Garten. Immerhin wurden in der Geschichte des Bürgerforscher-Projekts noch nie so viele Stare beobachtet wie Anfang Januar 2018. Mit knapp 6.500 Exemplaren wurde eine Rekordzahl von Überwinterern gezählt. Damit verfehlte der Star sogar nur um einen Platz die Liste der 20 am häufigsten beobachteten Vögel im Freistaat. Nach einem starken Einbruch im Vorjahr führt die Kohlmeise diese wieder vor Haus- und Feldsperling an.

So funktioniert die Wintervogelzählung:

Von einem ruhigen Platz aus notieren die Teilnehmer von jeder Vogelart die höchste Anzahl der Tiere, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig beobachten. Die Zahlen können im Internet bis Samstag, 15. Januar, gemeldet werden. Auch per Post (Einsendeschluss ist der ebenfalls der 15. Januar) und Telefon (kostenlose Rufnummer am Samstag und Sonntag, 5. und 6. Januar, von 10 bis 18 Uhr: 0800-115-7-115) ist die Meldung möglich.

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