31.08.2021 - 14:19 Uhr
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Neue Corona-Regeln für Bayern

Krankenhaus-Ampel statt Inzidenz, keine FFP2-Maskenpflicht und 3G-Regeln als Basis - das hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Die Corona-Regeln sollen so deutlich vereinfacht werden.

Ein Schild am Eingang zu einer Einkaufspassage weist auf das Tragen von Mund- und Nasenschutz hin. Zukünftig reicht in Bayern eine einfach OP-Maske in Geschäften aus.
von Eva-Maria Hinterberger Kontakt Profil

In Bayern gelten ab Donnerstag, 2. September, neue Regeln im Kampf gegen das Coronavirus. Das hat das bayerische Kabinett am Dienstag beschlossen.

Klinik-Ampel soll Inzidenz ersetzen

Die Sieben-Tage-Inzidenz hat als Richtschnur für weitere Schritte quasi ausgedient - bis auf den Grenzwert 35. An ihre Stelle tritt eine Krankenhaus-Ampel, die je nach Auslastung der Kliniken und der Intensivstationen neue Auflagen vorschreibt. Die Basis für die Krankenhaus-Ampel ist die Hospitalisierungsinzidenz des Bundes. Es wird zwei Warnstufen gelb und rot geben. Gelb ist dann erfüllt, wenn landesweit innerhalb von einer Woche 1200 Betten neu belegt werden: Intensivbetten, beatmete Intensivbetten und normale Krankenhausbetten, wenn es sich dabei um Coronafälle handelt. Die Folgen einer gelben Ampel sind dann landesweite oder regional zu bestimmende Maßnahmen. Zum Beispiel eine FFP2-Maskenpflicht.

Die rote Warnstufe ist erreicht, wenn 600 zu beatmende Intensivbetten belegt sind. Das wären rund 20 Prozent dieser Betten, wie Ministerpräsident Markus Söder betonte. In diesem Fall greifen noch strengere Maßnahmen.

3G-Regel als Basis

Die 3G-Regel gilt künftig ab einer Inzidenz von 35 in Innenräumen. Also zum Beispiel bei Veranstaltungen, in Fitnessstudios, Theatern, Museen, Kino, Hochschulen, der Gastronomie, in Bibliotheken oder anderen Freizeiteinrichtungen. Ausgenommen sind davon der ÖPNV, der Handel sowie private Treffen, wenn es sich dabei um keine Treffen in öffentlichen Räumen handelt. In ÖPNV und Handel gilt aber weiterhin die Maskenpflicht. In den Außenbereichen kommt die 3G-Regeln nicht zur Anwendung. Bei Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmer in bestimmten Fällen aber schon.

Kultur, Sport, Freizeit

Veranstaltungen sind laut Söder wieder alle möglich. Je nach Größe mit Einschränkungen: Alle brauchen ein Hygienekonzept. Veranstaltungen ab 1000 Teilnehmern müssen zudem beim Gesundheitsamt gemeldet werden. Es wird künftig aber keine Unterscheidung zwischen Sitz- und Stehplätzen mehr geben.

Auch bei Veranstaltungen gilt innen die 3G-Regel, in Außenbereichen erst ab einer Teilnehmerzahl von 1000. Hier könne der Veranstalter dann aber wählen, betont Söder: Werden alle Plätze besetzt und ist somit kein Abstand möglich, gilt Maskenpflicht am Platz. Kann der Veranstalter entsprechende Abstände sicherstellen, muss auf den Plätzen keine Maske getragen werden. Söder betonte zudem, dass auch eine 2G-Regel möglich sei, diese aber nicht vom Freistaat vorgegeben sei.

Grundsätzlich erlaubt Bayern Sport- und Kulturevents oder Kongresse mit bis zu 25 000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Veranstaltungsorte, die bis zu 5000 Menschen fassen, dürfen komplett ausgelastet sein, überschreitet die Teilnehmerzahl die 5000er Grenze, muss mehr Platz sein. "Für den 5000 Personen überschreitenden Teil darf 50 Prozent der weiteren Kapazität des Veranstaltungsorts genutzt werden", heißt es in dem Beschluss des Ministerrates.

FFP2-Maskenpflicht fällt

Die Pflicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen FFP2-Masken zu tragen fällt weg. Stattdessen dürfen wieder die einfacheren OP-Masken verwendet werden. Selbst gebastelte Stoffmasken dagegen reichen nicht.

Schule

In den Schulen sollen nach den Sommerferien vermehrte Corona-Tests und eine vorläufige Maskenpflicht auch am Sitzplatz für mehr Sicherheit sorgen. Wechselunterricht oder Homeschooling soll es nicht mehr geben. An weiterführenden Schulen wird dreimal die Woche mit Schnelltests getestet, in Grund- und Förderschulen mit Lollitests zweimal die Woche.

Auch die Quarantänepflicht für ganze Klassen fällt weg. Künftig soll mehr das Umfeld des betreffenden Schülers im Mittelpunkt stehen und diese Kinder in Quarantäne geschickt werden. Diese wird dann nur noch fünf Tage dauern, zudem soll die ganze Klasse sieben Tage lang täglich getestet werden.

Bei Klassen mit Luftfilter sei es unter Umständen möglich, dass die Quarantänepflicht komplett wegfalle.

Kita

Auch Kitas sollen im Präsenzbetrieb bleiben. Auch hier entfallen die Einschränkungen, die es bisher bei einer Inzidenz von mehr als 100 gab.

Clubs und Gastronomie

Die Sperrstunde in der Gastronomie fällt weg. Zudem sollen Clubs und Diskos ab Oktober öffnen dürfen. Dort feiern darf dann, wer geimpft, genesen oder getestet ist. Hier werden dann aber PCR-Tests nötig sein, einfach Schnelltests werden laut Söder nicht ausreichen.

Handel

Im Handel gilt weiterhin Maskenpflicht. Es fällt aber die Beschränkung der Kunden in Bezug auf die Quadratmeterzahl.

Dienstleistungen

Bei Dienstleistungen wie zum Beispiel bei Friseuren gilt die 3G-Regeln. Aber auch hier gibt es künftig keine Beschränkung der Kunden auf die Quadratmeterzahl mehr.

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Kommentare

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Capt Orico

Und das gilt ab wann?
Wo findet man die Ampel?

31.08.2021