Bayern
14.10.2019 - 13:23 Uhr

Tiroler Bär könnte auch in Bayern sein

Tiere kennen keine Landesgrenzen. Experten gehen deswegen davon aus, dass der Braunbär, der vergangene Woche in Österreich in eine Fotofalle getappt war, auch durch Bayern streifen könnte.

Symbolbild: Christophe Gateau/dpa

Reutte/Garmisch-Partenkirchen. Nachdem ein junger Braunbär vergangene Woche in der Nähe der bayerischen Grenze in eine Fotofalle getappt war, gehen die Spekulationen um seinen Aufenthaltsort weiter. Der zuständige Bezirksjägermeister aus Reutte (Österreich), Arnold Klotz, sagte am Montag: „Man kann den Weg des Bären nie vorhersehen, er kennt keine Landesgrenzen.“ Er könne also auch schon durch Bayern streifen, gesehen wurde er seitdem jedoch nicht. Der Plansee in Tirol ist nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze im Landkreis Garmisch-Partenkirchen entfernt.

Dem Bayerischen Landesamt für Umwelt liegen keine Informationen dazu vor, dass der Bär sich in Bayern aufhält, wie ein Sprecher sagte. Falls das Tier über die Grenze kommt, greife der sogenannte Wildtier-Management-Plan, der für „große Beutegreifer“ wie Bären, Luchse und Wölfe gilt und wegen „Problembär“ Bruno 2006 ins Leben gerufen worden war. Was mit einem Bären in Bayern geschieht, entscheiden demnach Vertreter verschiedener Interessensgruppen - aus Naturschutz-, Jagd-, Land- und Forstwirtschaft sowie Eigentümern. Der Braunbär ist in Deutschland streng geschützt.

Anders als bei Bruno, der erschossen wurde, handle sich es sich Jäger Klotz zufolge bei dem gesichteten um ein sehr scheuen und harmlosen Jungbären - auch wenn er laut DNA-Test für den Riss eines Hirschen im Juli verantwortlich sei. Der Allesfresser sei seit vier Monaten im Grenzgebiet unterwegs. Im Dezember werde sich das Tier vermutlich ein Winterquartier weiter südlich suchen, wo es mehr seiner Artgenossen gebe. Ursprünglich, so vermutet Klotz, stamme der Bär aus dem Trentino in Norditalien. Einen Namen hat er bislang nicht bekommen.

Wildtiermanagement große Beutegreifer

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