Bye-bye Bibi: Influencerin Bianca Heinicke hat bei „Let’s Dance“ ihre zweite Chance leider nicht nutzen können. Die 33-Jährige bekam in der RTL-Tanzshow abermals nicht genug Zuschauerstimmen und verpasste damit den Sprung in die nächste Runde. Ihr Weg über das Parkett ist damit beendet.
Gleiches war der Internet-Berühmtheit, die mit dem Kanal „BibisBeautyPalace“ einst zum Superstar der deutschen YouTube-Szene aufgestiegen war, bereits vor zwei Wochen widerfahren. In der ersten April-Hälfte war sie das erste Mal aus dem Format geflogen. Da aber kurz darauf Konkurrentin Esther Schweins verletzungsbedingt aufgeben musste, konnte Heinicke noch einmal antreten. Das Nachrücker-Märchen endete nun aber ohne Happy End.
Kein Groll, nur Grüße
Groll war von der 33-Jährigen nicht zu hören - eher eine ordentliche Dosis Influencer-Herzlichkeit. „Tausend Dank an unsere Community, die so mitgefiebert hat und so unterstützt hat“, sagte sie. Sie sei „unfassbar dankbar“, diese neue Chance noch einmal bekommen zu haben. Zudem nutzte Bibi - wie sie von ihren Fans genannt wird - die Gelegenheit, vor einem Millionenpublikum ihre Kinder zu grüßen. „Ich liebe euch!“, sagte sie. Freund Timothy Hill war ebenfalls im Studio. Nach dem Show-Finale gab es einen Kuss.
Der Rauswurf war durchaus ärgerlich, weil Heinicke und ihr Partner Zsolt Sándor Cseke bei der Jury ganz passabel gepunktet hatten - zumindest waren sie nicht durchgefallen. Ihr Charleston zu „Dick & Doof“ bekam 23 Punkte. Juror Joachim Llambi lobte sogar: „Viel Geschwindigkeit, viel Tempo drin.“ Gleichzeitig blieb er sich treu und monierte die fehlende Genauigkeit in den Schrittfolgen.
Wenn die Zeit zurücktanzt
Der Abend stand ganz im Zeichen von „Let's Dance“-Nostalgie. Unter dem Motto „Iconic Let's Dance Dances“ mussten die Promis Tänze zeigen, die es in der Geschichte der Sendung schon einmal gegeben hatte. Heinickes „Dick & Doof“-Choreographie etwa ist historisch eng verwoben mit dem „Deutschland sucht den Superstar“-Gewinner Alexander Klaws, der diese einst sehr schwungvoll dargeboten hatte.
Das Motto trieb einige ziemlich bunte Blüten. Sänger Ross Antony etwa adaptierte eine Performance des Ex-Diskuswerfers Lars Riedel. Der war zwar nicht gerade als Über-Tänzer in die Geschichte des Formats eingegangen - wohl aber als Ideal-Besetzung für eine tänzerische Interpretation der grobhumorigen Sitcom „Eine schrecklich nette Familie“ (1987-1997).
Wie einst Riedel schlüpfte Antony in die Rolle des miesmuffeligen Serien-Vaters Al Bundy, im Original gespielt von Ed O’Neill. Mit der Hand in der Hose und dem Charme eines frustrierten Schuhverkäufers geriet die Show zu einer Zeitreise in die 90er Jahre. Tanzpartnerin Mariia Maksina ergänzte die Inszenierung im Outfit von Al Bundys Serien-Ehefrau Peggy Bundy.
Der Tanz hätte leicht als Witz-Veranstaltung von der Jury abgestraft werden können - wurde er aber nicht. Llambi geriet regelrecht ins Schwärmen. „Du hast eine tolle Fußarbeit getanzt“, sagte er. Antony war selbst perplex angesichts des Lobs. „Sprachlos“ sei er. Er habe das nicht erwartet. Am Ende gab es 24 Punkte - ein guter Wert.
Für den Sänger war es zugleich die erste Show nach einem folgenschweren Missgeschick. Tanzpartnerin Maksina hatte ihn eine Woche zuvor mit dem Ellenbogen an der Augenbraue erwischt. Das führte zu einer blutenden Wunde, mitten im laufenden Tanz. Der Sänger nahm den Zwischenfall mit Humor. Beim Training für den Al-Bundy-Tanz erschien er - sicher ist sicher - mit einem Helm.
Wenn Möbel wichtig werden
Zur Parkett-Königin des Abends kürte sich allerdings jemand anderes. Sängerin Nadja Benaissa holte mit ihrem Tanzpartner Vadim Garbuzov nicht nur den Sieg im ebenso kräftezehrenden wie ulkigen Discofox-Marathon - sie präsentierte im Einzeltanz auch einen Contemporary zu „Crazy in Love“ von Beyoncé. „Let's Dance“-Historiker wissen noch recht gut, wer die Ur-Version getanzt hatte: Sängerin Sarah Engels. Ein Tisch, auf dem man sich räkeln und verbiegen kann, war eine zentrale Requisite. Ein zupackender Tanzpartner ebenfalls.
Entsprechend skeptisch war die No-Angels-Sängerin Benaissa, als ihr die Idee präsentiert wurde, ausgerechnet diesen Tanz zu zeigen. „Oh mein Gott! Das darf mein Vater nicht sehen“, sagte sie erschüttert zu Garbuzov.
Das Ergebnis ließ keinen Zweifel mehr zu. Juror Llambi hätte am liebsten noch mehr als die Höchstpunktzahl gegeben. „Es ist für diesen Tanz für mich echt schade, dass ich nur zehn Punkte geben kann“, sagte er. Sie habe „der ganzen Sache die Krone aufgesetzt“.
Kurios wurde es, als Juror Jorge González vor Begeisterung und Überschwang kurzerhand beschloss, ebenfalls auf die Tanzfläche zu gehen, um die gewagten Verrenkungen auf dem Möbelstück zu vollführen. „Ich liebe diesen Tisch“, gab er zu. Garbuzov half mit und hielt die Beine fest. Das Publikum johlte.
Am Ende war es nicht nur ein Tanz, der in Erinnerung blieb - sondern ein Tisch, der gleich zwei Stars in Ekstase versetzte.
© dpa-infocom, dpa:260424-930-990820/2

















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.