Eine Pariser Synchronsprecherin wird durch einen Polizeianruf aus ihrer Alltagsroutine gerissen. Am Hafen von Le Havre wurde ein toter Mann aufgefunden, in dessen Jackentasche sich ein Kinoticket mit ihrer Telefonnummer befand. Was hat sie mit dem Toten zu tun?
In Le Havre, ihrer alten Heimatstadt, wird sie einem Verhör unterzogen. Es werden ihr Bilder des Toten gezeigt. Sie kennt ihn nicht, er erinnert sie aber entfernt an ihre Jugendliebe, die seinerzeit spurlos verschwand. Sie stromert durch Le Havre in einer Art archäologischer Suche nach Bruchstücken ihres vergangenen Lebens und stößt dabei immer wieder auf Zeugnisse einer versehrten Stadt.
Biografische Spurensuche statt Krimi
Die französische Autorin Maylis de Kerangal hat vielfach preisgekrönte, auch ins Deutsche übersetzte Bücher geschrieben wie „Die Brücke von Coca“, „Die Lebenden reparieren“ oder das Kleinod „Weiter nach Osten“. Ihr jüngstes Werk „Brandung“ schürt zunächst die Erwartung eines Thrillers, die aber bald enttäuscht wird.
Tatsächlich handelt es sich hier nicht um eine klassische Kriminalerzählung, sondern eher um eine biografische Spurensuche und eine Hommage an die herbe normannische Industriestadt, in der die Autorin aufwuchs. Die etwas mäandernde, mit zahlreichen Rückblicken verwobene Erzählweise macht das Buch zu einer sperrigen, nicht leicht zugänglichen Lektüre, die man sich erst erschließen muss.
© dpa-infocom, dpa:260327-930-873856/1













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