Wenige Wochen vor dem angekündigten Abschied der Mitbegründer Ugur Sahin und Özlem Türeci hat Biontech einen Gewinn für das dritte Quartal gemeldet. Für die ersten neun Monate des Jahres 2026 schlägt bei dem Pharmaunternehmen und Impfstoffhersteller aus Mainz dennoch ein Milliardenverlust zu Buche. Derweil laufen Gespräche dazu, ob Rechte von Biontech in das neue Unternehmen von Sahin und Türeci eingebracht werden.
Das dritte Quartal schloss Biontech nach eigenen Angaben mit einem Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro ab nach einem Verlust von 28,7 Millionen Euro im Vorjahresquartal. In den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres kam ein Verlust von 1,17 Milliarden Euro bei den Mainzern zusammen und damit mehr als im Vorjahreszeitraum mit 831,1 Millionen.
Viel Geld für Forschung und Standort-Schließungen
Ein Hauptgrund sind immense Ausgaben für die Forschung und Entwicklung vor allem von Krebstherapien, bei gleichzeitig stark geschrumpftem Geschäft mit Covid-19-Impfstoff. Vor dem Hintergrund muss Biontech an mancher Stelle sparen und kündigte in diesem Jahr auch die baldige Schließung der drei Standorte Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen an. In Tübingen soll Ende 2027 Schluss sein, in Marburg Anfang 2028 und in Idar-Oberstein Ende 2028, teilte das Unternehmen Ende September mit. Betroffen sind demnach etwa 1.800 Beschäftigte.
Die Erlöse von Biontech lagen im dritten Quartal bei 1,29 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es mit 1,52 Milliarden zwar mehr gewesen, seinerzeit profitierte Biontech aber auch von Zahlungen des US-Konzerns Bristol Myers Squibb (BMS). Biontech und BMS haben eine gemeinsame globale Entwicklung und Kommerzialisierung für den hoffnungsvollen Wirkstoffkandidaten Pumitamig vereinbart, für den seinerzeit eine Menge Geld von BMS an Biontech floss.
Kommt es zur Vereinbarung mit neuem Unternehmen?
Die Geschäftsentwicklung im dritten Quartal erlaube es, die Umsatzprognose für 2026 im oberen Bereich einzugrenzen, sagte Finanzvorstand Ramón Zapata laut Mitteilung. Biontech geht nun von Erlösen im Gesamtjahr von 1,7 bis 1,9 Milliarden Euro aus, davor lag die Spanne bei 1,6 bis 1,9 Milliarden.
Sahin und Türeci, die beiden zentralen Gesichter des in der Corona-Pandemie bekanntgewordenen Unternehmens, werden Biontech bis spätestens Ende dieses Jahres verlassen und in ein neues Unternehmen wechseln. Das hat den Namen Arife, wird auch in Mainz sitzen und sich der Erforschung und Entwicklung sowie der Herstellung und Vermarktung von pharmazeutischen Produkten widmen.
Vor einiger Zeit hieß es, es sei geplant, Rechte und mRNA-Technologien von Biontech in dieses neue Unternehmen einzubringen. Im Gegenzug würde Biontech dann eine Minderheitsbeteiligung an der neuen Firma sowie Lizenzgebühren bekommen. Laut Biontech ist aber noch nicht klar, ob es eine solche bindende Vereinbarung geben wird. Die Gespräche dazu liefen, hieß es nun, eine Vereinbarung sei für beide Seiten optional.
© dpa-infocom, dpa:261103-930-937768/1













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