18.05.2018 - 21:28 Uhr
Deutschland & Welt

Treffen von Putin und Merkel in Sotschi: Blumen für die Bundeskanzlerin

Bundeskanzlerin Merkel und der russische Präsident Putin besprechen die Krisen der Welt - kein einfacher Meinungsaustausch. Bei einem Thema liegen ihre Positionen jedoch überraschend nah beieinander.

Der russische Präsident Wladimir Putin begrüßte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einem Rosenstrauß in seiner Residenz an der Schwarzmeerküste. Bild: Sergey Guneev/dpa
von Agentur DPAProfil

Sotschi. Bundeskanzlerin Angela Merkel und der russische Präsident Wladimir Putin wollen trotz Drucks aus den USA an der umstrittenen Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 festhalten. Die beiden versuchten bei einem Treffen in der russischen Schwarzmeerstadt Sotschi am Freitag, Sorgen der Ukraine zu zerstreuen, durch die Pipeline wichtige Transiteinnahmen zu verlieren. Putin kündigte an, der Transit solle nicht beeinträchtigt werden. "Die Lieferungen werden fortgesetzt, wenn dies wirtschaftlich begründet und sinnvoll ist für alle Beteiligten", sagte der russische Präsident.

Verständnis für Trump

Auch Merkel betonte, dass der Transit durch die Ukraine weiter bestehen müsse. Dies sei von strategischer Bedeutung. Die Frage sei, was der Ukraine an Garantien gegeben werden könne. Die USA gehören zu den scharfen Kritikern von Nord Stream 2. Sie warnen vor einer zu großen Abhängigkeit der EU-Staaten von Moskau. Washington schließt auch Sanktionen gegen Nord Stream 2 nicht aus. Putin sagte, er verstehe Trumps Haltung. "Er verteidigt die Interessen seiner Unternehmer, und er will sein Produkt auf dem europäischen Markt verkaufen." Doch dieses sei teurer als russisches Gas, das durch Pipelines geliefert werde, sagte Putin. "Wir halten das Projekt für vorteilhaft für uns und werden dafür kämpfen." Es war Merkels erster Besuch in Russland seit Mai 2017. Das deutsch-russische Verhältnis ist gespannt, seit Russland sich 2014 die ukrainische Halbinsel Krim einverleibt hat und Separatisten in der Ostukraine unterstützt.

Syrien auf der Agenda

Neben der Ukraine stand bei dem Treffen auch der Syrien-Konflikt auf der Agenda. Die Kanzlerin rief Putin auf, seinen Einfluss geltend zu machen, um eine Enteignung der Flüchtlinge aus Syrien zu verhindern. Denn die syrische Regierung plant, dass Syrer, die sich nicht binnen weniger Wochen an ihrem Heimatort melden, ihr Wohneigentum verlieren. "Das wäre eine große Barriere für eine Rückkehr" sagte Merkel - auch mit Blick auf die Flüchtlinge in Deutschland. Russland ist Syriens Schutzmacht. Am Donnerstagabend hatte Putin überraschend bereits Machthaber Baschar al-Assad empfangen.

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