29.11.2018 - 11:56 Uhr
Deutschland & Welt

Brandgefährlicher Advent

Brennende Adventsgestecke, Weihnachtsbäume, die in Flammen aufgehen, ungesicherte Lichterketten - das Brandrisiko ist im Dezember dreimal so hoch wie im Rest des Jahres. So kommen Sie sicher durch den Advent.

Leicht entzündlich: Ausgetrocknete Zweige am Weihnachtsbaum können schnell in Brand geraten.
von Externer BeitragProfil

Laut Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) entstehen im Dezember rund 50 Prozent mehr Schäden durch Zimmer- oder Hausbrände. Etwa 11.000 Brände wurden 2016 in der Weihnachtszeit registriert. Ähnliche Zahlen nennt auch Stefan Benz vom Gothaer Schaden Controlling: „In diesen Monaten ist das Brandrisiko durch fahrlässiges Verhalten bis zu drei Mal so hoch wie in den restlichen Monaten des Jahres. 2017 sind bei der Gothaer beispielsweise mehr als 27 Prozent aller gemeldeten Brandschäden in der Hausratversicherung, die durch Fahrlässigkeit verursacht werden, auf Dezember und Januar entfallen. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr.“ Dazu zählen allerdings nur die gemeldeten Brände in der Hausratversicherung. Kleinere Schäden werden meist nicht gemeldet – etwa wenn Adventskränze, Kerzen oder Lichterketten rechtzeitig selbst gelöscht werden. Die Dunkelziffer sei deshalb vermutlich entsprechend höher.

Auch Experten der Arag-Versicherung raten zu umsichtigem Verhalten. Schon ein einziger Feuerlöscher im Haushalt könne Schlimmes verhindern, die Installation von Rauchwarnmeldern Leben retten. Damit es im Brandfall keinen Ärger mit der Versicherung gibt, raten die Experten der Arag davon ab, zum Beispiel Wunderkerzen direkt am Weihnachtsbaum anzubringen. Gerichte hätten dies in der Vergangenheit bereits als grob fahrlässig eingestuft - in einem solchen Fall zahlt die Hausratsversicherung nicht. Auch Feuerzeuge dürften nicht in die Hände von Kindern gelangen.

Nicht nur lichterlohe Flammen können zum Verhängnis werden. Auch eine unbemerkte Rauchentwicklung stellt eine Gefahr dar. Kohlendioxid und Kohlenmonoxid sind nahezu geruchslos, was eine heimtückische Falle sein kann: Denn die Rauchgase steigen bereits bei kleinen Bränden auf. Trotz der Rauchmelderpflicht schützen sich nicht alle mit dem kleinen Lebensretter. Außerdem müssen die Rauchmelder immer wieder überprüft und instand gehalten werden, denn ein Rauchmelder mit leeren Batterien rettet weder die Wohnung noch Leben.

Damit das Weihnachtsfest nicht zum Albtraum wird, hier die wichtigsten Sicherheitstipps für die Adventszeit. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Frisches Tannengrün entzündet sich schlechter als vertrocknete Zweige - den Weihnachtsbaum also am besten erst kurz vor dem Fest kaufen
  • Den Weihnachtsbaum in einem stabilen mit Wasser gefüllten Christbaumständer befestigen, regelmäßig gießen
  • Fluchtwege festlegen und freihalten
  • Ausreichend Sicherheitsabstand zu brennbaren Stoffen wie Gardinen einhalten
  • Kerzen gehören nicht unter Äste oder Zweige, sondern in festen Kerzenhaltern an freie Stellen am Weihnachtsbaum
  • Kerzen immer von oben nach unten anzünden und von unten nach oben löschen
  • Den Weihnachtsbaum nie unbeaufsichtigt lassen und immer auch Kinder und Haustiere im Auge behalten
  • Vorsorgen: Für den Fall der Fälle Löschmittel wie Wassereimer oder Handfeuerlöscher bereit halten
  • Kerzen nur unter Aufsicht brennen lassen
  • Kein offenes Feuer auf brennbarem Untergrund platzieren
  • Steckdosen-Überlastung verhindern
  • Rauchmelder installieren und instand halten
  • Lichterketten sollten mit einem VDE-Prüfzeichen und eindeutigen Herstellerangaben sowie wichtigen Warnhinweisen ausgestattet sein
  • Mit Kindern den Ernstfall üben: Sie sollten wissen, dass man sich bei einem Brand auf keinen Fall verstecken darf und auch die Notrufnummer 112 der Feuerwehr kennen

Eine Hausratsversicherung trägt durch Feuer entstandene Schäden, wenn beispielsweise der Weihnachtsbaum abbrennt und Vorhänge, Möbel und sonstiges Inventar zerstört werden. Sollte eine Renovierung des verrußten Mobiliars erforderlich sein, ist dies ebenfalls abgedeckt. Ersetzt werden darüber hinaus alle Schäden, die das Löschwasser an Einrichtungsgegenständen verursacht – Weihnachtsgeschenke inklusive. Wird das Gebäude durch den Brand beschädigt, sollte die Wohngebäudeversicherung des Eigentümers dafür aufkommen.

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