03.08.2018 - 16:53 Uhr
BruckDeutschland & Welt

Normalität nach Blitzschlag

300 Kinder und Erwachsene auf einem Campingplatz und plötzlich schlägt der Blitz drei Straßen weiter ein. Zwar müssen 15 Jugendliche und Betreuer ins Krankenhaus, der Vorfall geht aber insgesamt trotzdem glimpflich aus.

Alles nicht so tragisch: Ramona Reisinger spürt nach dem Blitzeinschlag am Donnerstag ein leichtes Kribbeln, muss vorsorglich eine Nacht im Krankenhaus verbringen und malt am Freitagvormittag schon wieder mit den Kindern.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

(doz) Der Tag nach dem Blitzeinschlag: Aus den Boxen dröhnt Falcos "Rock Me Amadeus". Zwei Kinder sitzen am Keyboard, ein junges Mädchen spielt auf einer aufblasbaren Gitarre, einige Meter vor ihr rockt ein doch recht junger Amadeus samt barocker Perücke. Der Oberpfälzer Gauverband der Heimat- und Trachtenvereine setzt das Programm im Zeltlager mit 300 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ganz regulär fort. Am Freitagvormittag steht eben die "Mini Playback Show" an.

Ohnehin sei alles nicht so tragisch gewesen, erklärt Florian Busl (36). Der Gebietsleiter im Norden des Oberpfälzer Gauverbandes sagt über das Unwetter, das am Donnerstagnachmittag ausgebrochen ist: "Man kann nicht sagen, dass es ein Schock war. Wir sind seit vielen Jahren auf solche Sachen vorbereitet." Vor dem Blitzeinschlag am Donnerstagnachmittag habe es bereits Evakuierungsübungen gegeben. Die nahe gelegene Turnhalle der Brucker Schule - in zwei Minuten zu Fuß erreichbar - war schon lange als Aufenthaltsort im Notfall auserkoren worden. Die Feuerwehr Bruck räumt nach dem Blitzeinschlag den Campingplatz. "Die Kinder und Betreuer waren total unaufgeregt und in der Turnhalle waren alle entspannt", resümiert Busl.

Trotzdem müssen am Donnerstag 15 Personen in die umliegenden Krankenhäuser nach Schwandorf, Burglengenfeld und Amberg. "Ältere Jugendliche und Betreuer", wie Busl verrät. Als der Blitz einschlägt, sind sie noch am Campingplatz und versuchen, die Zelte und Pavillons festzuhalten. Ramona Reisinger ist eine von ihnen. "Ich habe ein Kribbeln gespürt, allerdings nur minimal", erklärt die 27-Jährige. Trotzdem gehen die Helfer, die am Donnerstag vor Ort sind - unter anderem zwei Feuerwehren, das Rote Kreuz und der Rettungsdienst - kein Risiko ein. Die 15 Betroffenen müssen sich in Behandlung geben. Alle bekommen ein EKG, einige müssen über Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben.

Auch Reisinger. Am Freitagvormittag sitzt sie allerdings wieder mit einigen Kindern auf der Biergarnitur und malt Bilder. Auch direkt nach dem Unwetter am Donnerstag lassen sich Kinder, Jugendliche und Betreuer nicht aus der Ruhe bringen. Zwei Stunden nach der Evakuierung in die Turnhalle, sind wieder alle zurück im Zeltlager. Wie geplant feiern sie eine Kirwa mit Baumaufstellen und Austanzen. "Wir haben nur das Abendessen zeitlich nach hinten geschoben und die Musik hat nicht so lange gespielt wie geplant", sagt Busl. Das einwöchige Zeltlager des Oberpfälzer Gauverbands endet am Samstag.

Campen bei Gewitter:

Verhaltenstipps

Der Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (VDE) gibt Tipps, wie sich Camper bei Gewitter verhalten: Zelte und Wohnwagen nie an exponierten Stellen aufstellen, mindestens drei Meter Abstand zu den Nachbarn halten, keine metallenen Drähte zwischen Zelten und Wagen ziehen und am besten in Gebäude oder Autos flüchten. Im Zelt möglichst auf einer isolierenden, trockenen Unterlage in die Hocke gehen, Abstand zu Metallstangen halten und die Zeltwand nicht berühren. (esa)

Link zum Verband der Elektrotechnik Elektronik Infromationstechnik (VDE)

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