18.05.2018 - 20:16 Uhr
Deutschland & Welt

Leserbrief Bundeswehr vor "schleichendem Untergang" bewahren

Zu "Kommando zurück":

von Externer BeitragProfil

Als oberflächlich informierter Bürger maße ich mir an, die Ursachen für die Misere der Bundeswehr in vier Punkten zusammenzufassen: Es gibt bisher keine vom Bundestag debattierten und verabschiedeten Prioritäten für die Aufträge der Bundeswehr in Europa und auf anderen Kontinenten, aus der sich der Bedarf an Bewaffnung, Ausrüstung und Personal herleitet.

Wenn die finanzielle Ausstattung wie seit Jahren nicht für alles reicht, fehlt es irgendwann an allen Ecken und Enden. Weder die Verteidigungsministerin noch ihr Vorgänger Thomas de Maizière haben dem Bundestag eine Vorlage für eine Grundsatzdebatte über Aufträge und Ausstattung geliefert. Sie haben auch keine Grundsatzentscheidung eingefordert. Den Abgeordneten sind zumindest die schlimmsten Mängel seit langem bekannt, aber sie debattieren nur über einzelne Punkte, wie etwa die Personalstärke bei Auslandseinsätzen, und beschließen seit Jahren Verteidigungshaushalte in dem Wissen, dass die beschlossenen Gelder den Niedergang der Einsatzfähigkeit wichtiger Waffensysteme nicht aufhalten können. Parlamentarier und Medien haken bei dem Punkt "Effizienz" nicht genug nach. Beispiel: Luftwaffe in Jordanien und Flüge über Syrien, obwohl vom IS kaum etwas übrig ist.

Kurz: Es ist mehr als ein Ruck im Sinne Herzogs im Verteidigungsministerium und im Bundestag notwendig, um die Bundeswehr vor einem schleichenden Untergang zu bewahren. Als Bürger habe ich Sympathie für die Soldaten. Als Steuerzahler erwarte ich für mein Geld einen anständigen Gefechtswert.

Herbert Antes, 92539 Schönsee

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